Der emotionsgeladene, elektrische Sport-Kombi bläst zum Angriff auf die deutschen Premiumhersteller: Ab 47.990 Euro gibt es PS, Reichweite und Ladeleistung satt, und jede Menge Platz und Komfort für die Insassen. Im Visier hat der Hersteller vor allem Gewerbekunden und dienstwagenberechtigte Mitarbeiter.
Inmitten einer schier endlos wachsenden SUV-Flut ist das Grand-Tourer-Konzept des Zeekr 7 GT erfrischend anders.
(Bild: Mauritz – VCG)
Schon fünf Zahlen genügen, um zu belegen, dass der neue, gut 4.8 Meter lange elektrische Grand Tourer Zeekr 7GT ein Mittelklasse-Modell ist, das eine besondere Aufmerksamkeit verdient. Sie lauten 47.990, 800, 480, 3,3 und 10. Die erste Zahl steht für den Einstiegspreis in Deutschland, die zweite für die Volt-Technik, mit der der GT ausgestattet ist. Die dritte Zahl steht für die maximale Ladeleistung, die vierte für die Sekunden, die der Grand Tourer für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt, und die fünfte Zahl für die Jahre Garantie, die der Hersteller maximal anbietet.
Dazu gesellen sich drei weitere Eigenschaften: ein Design, das dank jeder Menge überraschender Details aus jedem Blickwinkel ein echter Hingucker ist, Luxus, Platz und Technologie satt im Innenraum und ein Fahrgefühl, das der Bezeichnung GT tatsächlich auch Rechnung trägt.
Bestellbar ist das vierte Modell der chinesisch-schwedischen Geely-Konzernmarke im ersten Schritt nur rein digital und direkt über den Hersteller. Der Grund dafür ist, dass Zeekr erst seit dem Frühjahr 2026 in Deutschland aktiv ist und das Händlernetz von Null an aufgebaut werden muss. Das soll schrittweise ab Ende 2026 geschehen.
Der ursprüngliche Plan von Zeekr war, sich in dieser Anfangsphase aus Betreuungsgründen auf Fuhrparks, dienstwagenberechtigte Mitarbeiter und Selbstständige zu konzentrieren. Tatsächlich berichtet Zeekr-Europachef Lothar Schupet auch von zahlreichen Anfragen von Privatkunden, obgleich das Fahrzeug bislang nur statisch zu sehen war. In Summe liegen dem Hersteller nach eigenen Angaben europaweit bereits über 3.800 Kundenbestellungen vor.
Schon allein der Blick auf die Preis- und Ausstattungsliste liefert einen möglichen Grund: Im Premiumsegment positioniert, kostet der heckangetriebene Zeekr 7GT in der Basisversion namens Core unter 50.000 Euro. Die Serienausstattung ist dabei für diesen Preis beachtlich: angefangen bei einem riesigen Panorama-Glasdach über den 15 Zoll großen OLED-Touchscreen in der Mittelkonsole und das satellitenbasierte Navigationssystem bis hin zu elektrisch verstellbaren Sitzen und Matrix-LED-Scheinwerfern. Ebenfalls serienmäßig an Bord ist ein umfangreiches Fahrassistenzsystem mit Sicherheits- und Parkfunktionen.
In den beiden höheren Ausstattungsvarianten gesellen sich unter anderem ein 35,5 Zoll großes Head-up-Display dazu, das mit Augmented Reality arbeitet, eine adaptive Luftfederung mit kontinuierlicher Dämpferregelung, sehr bequeme perforierte Sitze mit Nappaleder-Einsätzen und belüftete Vordersitze mit diversen Massagetechniken. Selbst in der höchsten Ausstattung bleibt der Preis dabei noch knapp unter 60.000 Euro; ein klarer Pluspunkt gegenüber deutschen Premium-Wettbewerbern.
Von 10 auf 80 Prozent in 13 Minuten
Nicht minder überzeugend sind die technischen Daten des formschönen Sportkombis, der wahlweise mit Heck- oder Allradantrieb und zwei verschiedenen Akkus erhältlich ist. Bereits die Einstiegs-LFP-Batterie bietet mit 75 kWh genügend Kapazität, um auch auf längeren Strecken ohne Reichweitenangst unterwegs zu sein. Im WLTP-Zyklus gemessen, kommt der Zeekr 7GT bis zu 519 Kilometer weit, ehe er wieder geladen werden muss. An DC-Säulen muss man für das Schnellladen dank 800-Volt-Technologie von 10 auf 80 Prozent gerade einmal 13 Minuten einplanen. Die alternativ erhältliche NMC-Batterie mit 100 kWh Kapazität braucht für den gleichen Ladevorgang etwa drei Minuten länger, wobei die DC-Säulen die 480 kW mögliche Ladeleistung zumindest hierzulande nicht hergeben.
Der große Akku kommt in der 310 kW/422 PS starken Long-Range RWD Launch Edition und der Privilege AWD Launch Edition zum Einsatz. Letzteres Top-Modell konnten wir auf einer Fahrt durch das hügelige, spanische Hinterland testen.
Die Gesamtsystemleistung von 475 kW/646 PS und brachialen 710 Nm Drehmoment ist schon eine echte Ansage. Egal welche Fahrsituation, ob schnelles Überholen auf der Autobahn oder das Hochschlängeln auf kurvigen Bergstraßen: Der Zeekr 7GT punktete mit seiner beeindruckenden Souveränität und seiner linearen Kraftentfaltung.
Während man auf dem Weg zur Arbeit oder in den Urlaub mit den beiden Fahrmodi Comfort oder Eco bestens bedient ist, die für ein effizientes und sanftes Fahren gedacht sind, empfiehlt sich der Sport-Modus, wenn man das, was das Auto leistet, richtig spüren will – sei es auf kurvigen Straßen oder bei Zwischensprints. Dann verwandelt sich die Fahrfreude in Fahrspaß. Anders als bei waschechten Sportwagen bleibt dank der recht weich gepolsterten Sitze und der Luftfederung allerdings immer noch eine ordentliche Portion Komfort erhalten – lediglich wenn man vom Stand aus in den oben erwähnten 3,3 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt, sollte man sich festhalten.
Stand: 08.12.2025
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210 km/h in der Spitze
Während alle Volvo-Modelle serienmäßig bei 180 km/h abgeregelt werden, ist bei den Zeekr-Modellen erst bei 210 km/h Schicht im Schacht. „More Performance“ ist folglich auch einer der Kernwerte, mit dem sich Zeekr nicht nur von den deutschen Premiumwettbewerbern absetzen will, sondern auch von den anderen Geely-Konzernmarken.
Wie sich lange, schnelle Autobahnpassagen auf die Reichweite des 646-PS-Flaggschiffs auswirken, die beim Allradmodell (im WLTP-Zyklus gemessen) mit maximal 558 Kilometern angegeben ist, konnten wir nicht testen. Die Fahrt fand vornehmlich auf kurvigen, bergigen Landstraßen statt. Nach der Testfahrt vermeldete der Bordcomputer einen Verbrauch von circa 21 kWh. Auch das DC- und AC-Laden konnten wir nicht testen. Zeekr stellt aber bei Letzterem dank eines 22-kW-Bordladers einen Zeitraum von fünf Stunden in Aussicht. Externe Verbraucher versorgt der Zeekr 7GT dank einer Vehicle-to-Load-Funktion mit bis zu 3,3 kW Strom.
Fazit: Der Zeekr 7GT ist das richtige Fahrzeug für all jene, die einen schicken, modernen Sportkombi wünschen, der technologisch auf dem neuesten Stand ist und eine ordentliche Reichweite sowie eine beeindruckende Ladeleistung bietet. Dank 2,9 Metern Radstand beschert das GT-Modell nicht nur den Passagieren auf den vorderen Sitzen ein üppiges Raumgefühl, sondern auch den Insassen im Fond. Dazu gesellt sich eine Verarbeitung, die den Vergleich zu den deutschen Premiumherstellern nicht scheuen muss – und das ganze zu einem wirklich attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Lediglich der Kofferraum des Mittelklasse-Modells ist mit einem Volumen von 456 Litern und einem recht hohen Ladeboden keine Offenbarung. Das kann auch nicht der Frunk unter der Motorhaube ausgleichen. Er fasst in der getesteten Allradversion gerade einmal 32 Liter. n