ZF konzipiert Sicherheitstechnik im Auto neu

Autor / Redakteur: spx/gr / Andreas Grimm

Theoretisch bringen autonom fahrende Autos deutlich mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Doch die bisherigen Sicherheitskonzepte sind auf diese neue Technik nicht einfach übertragbar. ZF hat nun neue Ansätze präsentiert.

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(Bild: ZF)

Der Automobilzulieferer ZF will sich als Systemanbieter für autonom und rein elektrisch fahrende Autos etablieren. Unter dem Motto „Vision Zero“ verfolgt der Konzern aus Friedrichshafen das Ziel einer individuellen Mobilität ohne lokale Emissionen und tödliche Unfälle. Auf dem „Car Symposium“ in Bochum hat ZF-Vorstandschef Stefan Sommer auf einige zentrale Probleme auf dem Weg in diese Autozukunft hingewiesen.

Eine spezielle Herausforderung im Zusammenhang mit autonomen Fahrzeugen sieht ZF in der Entwicklung neuer Sicherheitstechniken. Nicht nur die aktiven Systeme, sondern auch die für die passive Sicherheit verantwortliche Technik müsse darauf vorbereitet werden. Nötig sei beispielsweise ein Umdenken in der Airbagtechnik.

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Der Reiz des autonomen Fahrens bestehe schließlich darin, dass die Passagiere wesentlich flexibler als bislang in den Autos sitzen können. Trotzdem müssten sie in jeder Position den maximalen Insassenschutz genießen – etwa durch Airbags an bisher nicht genutzten Stellen wie etwa im Dach. ZF entwickle diese Systeme und bringe sie zur Marktreife, so Sommer.

Das ist wichtig, weil autonome Fahrzeuge, die künftig keine Unfälle mehr verursachen sollen, sich noch über einen langen Zeitraum den Verkehrsraum mit nicht-autonomen Fahrzeugen teilen werden. Diese „alten“ Autos werden auch in Jahrzehnten noch ein hohes Unfallrisiko darstellen. ZF will autonome Autos speziell für diese viele Jahre dauernde Übergangszeit vorbereiten.

Neben der Anpassung von aktiven und passiven Sicherheitssystemen an die neue Mobilität will der Zulieferer den Verkehr stärker vernetzen, um die Zahl der Verkehrstoten drastisch zu reduzieren. Auch hier bietet der Konzern technische Lösungen an, mit deren Hilfe Fahrzeuge untereinander und mit der Infrastruktur kommunizieren.

Sommer erwartet zwei Entwicklungsschritte: Im ersten Schritt müssten weiterentwickelte passive und aktive Sicherheitssysteme autonomes Fahren und E-Mobilität ermöglichen. Im zweiten Schritt könne der vernetzte Verkehr immer mehr Unfälle verhindern. „Vernetzung und autonomes Fahren sind notwendige Voraussetzungen, wenn die Zahl von 1,2 Millionen Verkehrstoten in den nächsten Jahrzehnten drastisch reduziert werden soll.“

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