Zwei neue Eigentümer für fünf Max-Moritz-Standorte

Autor Christoph Seyerlein

Die Zukunft von fünf Standorten der in finanzielle Nöte geratenen VW-Sparte der Wellergruppe scheint geklärt. In Leer, Emden und Aurich übernimmt die Gebrüder-Schwarte-Gruppe, die Max-Moritz-Betriebe in Bielefeld und Bünde die Senger-Gruppe.

2016 hatte die Wellergruppe zehn Millionen Euro in ihr Bielefelder Audi-Zentrum investiert. Bald gehört der Betrieb voraussichtlich zur Senger-Gruppe.
2016 hatte die Wellergruppe zehn Millionen Euro in ihr Bielefelder Audi-Zentrum investiert. Bald gehört der Betrieb voraussichtlich zur Senger-Gruppe.
(Foto: Wellergruppe)

In die Suche nach zukunftsfähigen Modellen für die insolvente VW-Sparte „Max Moritz“ der Wellergruppe kommt Bewegung. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ zuerst berichtete, übernimmt die Gebrüder-Schwarte-Gruppe aus Meppen die drei Max-Moritz-Standorte Leer, Emden und Aurich. Zum Portfolio der Autohäuser zählen die Marken VW Pkw, VW Nutzfahrzeuge, Audi und Skoda.

Schwarte-Geschäftsführer Christoph Schlüter sagte im Gespräch mit »kfz-betrieb« zwar, dass der Deal noch nicht in trockenen Tüchern sei, die grundsätzliche Absicht die Betriebe zu übernehmen sei aber da. Letztlich müssten noch wenige Details geklärt werden.

Die Neue Osnabrücker Zeitung hatte zuvor bereits viele Randaspekte der Übernahme genannt. So soll die Mitarbeiterzahl in den übernommenen Betrieben von derzeit gut 300 auf etwa 275 schrumpfen. Dem Bericht zufolge kann dieser Personalabbau über Vorruhestandsregelungen und nicht verlängerte Zeitverträge erfolgen. Christoph Schlüter wollte sich zu jenen Informationen nicht äußern. Kein Übernahmekandidat für die Schwarte-Gruppe ist der Standort Wiesmoor, den die Wellergruppe bereits geschlossen hat. Die Zeit für die Übernahme der Max-Moritz-Betriebe drängt, da das vorläufige Insolvenzverfahren und damit auch die Zahlung von Insolvenzgeld Ende März ausläuft.

Die Gebrüder-Schwarte-Gruppe hatte Wilhelm Schwarte im Jahr 1984 in Haselünne gegründet. Bislang ist das Unternehmen an den fünf Standorten Meppen, Haselünne, Papenburg, Lübbecke und Bünde vertreten. Aktuell verkauft die Gruppe nach eigenen Angaben rund 1.800 Autos jährlich. Für das Unternehmen wäre die Übernahme der drei Max-Moritz-Standorte ein enormer Schritt, würde sich die derzeitige Mitarbeiterzahl von etwa 250 doch auf einen Schlag in etwa verdoppeln.

Senger-Gruppe kauft ebenfalls zu

Ebenfalls einen neuen Eigner werden mit großer Wahrscheinlichkeit die Max-Moritz-Filialen in Bielefeld und Bünde bekommen. Wie das Bundeskartellamt in seiner offiziellen Liste der laufenden Fusionskontrollverfahren vermerkt hat, will dort die Senger-Gruppe einsteigen.

Die Übernahme des Audi-Zentrums Bielefeld bestätigte das Unternehmen am Freitagabend. „Dieser Deal ist für uns ein strategisch wichtiger Schritt. Wir stärken unsere Position im Sinne unserer Kunden beim Hersteller und sehen Bielefeld und Umgebung als hochattraktives Marktumfeld und als optimale Erweiterung unserer Marktgebiete in Nordrhein-Westfalen“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Andreas Senger. Zum 1. April soll das Geschäft offiziell über die Bühne gehen, die rund 50 Mitarbeiter will Senger übernehmen. Zum Betrieb in Bünde äußerte sich die Gruppe allerdings nicht.

Senger treibt mit der Übernahme den eigenen Expansionskurs fort. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Rheine hatte in den letzten Jahren immer wieder mit Übernahmen von sich Reden gemacht, unter anderem hatte der Händler die Dr.-Vogler-Gruppe, die Rosier-Gruppe Nord und im vergangenen Jahr Auto Krause aufgekauft. An ihren mittlerweile 52 Standorten vertreibt die Gruppe mit rund 2.700 Mitarbeitern Autos der Marken Mercedes-Benz, Smart, VW, Audi, Skoda und Porsche. Der Absatz betrug 2017 etwa 34.000 Neu- und Gebrauchtwagen, der Umsatz lag bei rund 1,4 Milliarden Euro.

Auch bei den beiden Max-Moritz-Betrieben in Soest steht ein Eigentümerwechsel nach Informationen des „Soester Anzeigers“ unmittelbar bevor. Um wen es sich dabei handelt, ist aber noch nicht bekannt und „noch ist der Vertrag nicht unterschrieben“, wie die Zeitung Burkhard Weller zitiert.

Zukunft von Emden und Hagen unbekannt

Die finanziellen Probleme von Max Moritz waren vergangenen Dezember bekannt geworden. Zur Sparte gehören zwölf Betriebe mit rund 650 Mitarbeitern. Wie es mit den Standorten in Emden und Hagen (zwei Betriebe) weitergeht, ist noch unklar. Keinen Einfluss hat das Insolvenzverfahren nach Angaben der Wellergruppe auf die beiden anderen Unternehmenssparten Autoweller (Toyota) und B&K (BMW und Mini), da diese rechtlich und finanziell eigenständig aufgestellt seien. Im vergangenen Jahr hatte die Wellergruppe (inklusive Max Moritz) an 36 Standorten etwa 53.000 Autos verkauft und knapp 2.400 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz lag Prognosen zufolge bei rund 1,3 Milliarden Euro.

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