100 Jahre ZDK: Ein starker Verband

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Neuorganisation im Wiederaufbau

Kfz-Handwerk und -Handel bilden bald nach dem Zusammenbruch von 1945 wieder Landesverbände und Innungen. Die Verbände des Kfz-Handels schließen sich dann 1950 zum Zentralverband des Kraftfahrzeughandels und -gewerbes zusammen, der erstmals unter der Abkürzung ZDK firmiert. Ebenfalls werden markenspezifische Händlerausschüsse gebildet. Der erste ist die „Freundschaftliche Vereinigung der Ford-Händler Deutschlands“, die 1949 in Heidelberg gegründet wird und 1976 als erste Fabrikatsgruppe dem ZDK beitritt.

Die Handwerksverbände strukturieren sich auf Grund der 1953 erlassenen Handwerksordnung neu. Die Innungen werden Körperschaften des öffentlichen Rechts, Dachorganisation der Landesinnungsverbände wird 1955 der Zentralverband des Kfz-Handwerks (ZVK). Neben der Interessenvertretung des Kfz-Handwerks erhalten die Innungen als wichtige Selbstverwaltungsaufgabe die Berufsausbildung. Sie übernehmen aber auch eine wichtige Funktion bei der Beratung der Betriebe auf anderen Gebieten, verschiedene Landesverbände beschäftigen eigene betriebswirtschaftliche und technische Berater.

Nachwuchsausbildung durch die BFC

Um auch nach der Lehrlingsausbildung eine Weiterbildung auf hohem Niveau zu gewährleisten, nehmen ZDK und ZVK 1962 ein Angebot der Spöhrerschule in Calw an, eine Unternehmernachwuchs-Schule für das Kfz-Gewerbe anzugliedern. Seit 1982 fungiert die ehemalige höhere Handelsschule als verbandseigene Bundesfachschule des Kfz-Gewerbes für Unternehmensführung (BFC). Im Zuge ihres Ausbaus wird 1994 eine Filiale im niedersächsischen Northeim eröffnet. Außerdem wurde 1972 eine gemeinsame Akademie für Unternehmensführung gegründet, die bundesweit ein und mehrtägige Seminare durchführte.

Heute bietet die Akademie des Kfz-Gewerbes TAK derartige Weiterbildungsveranstaltungen an, zumeist in Kooperation mit den handwerklichen Berufsbildungszentren. Die Verbindung zwischen ZDK und ZVK wird auf Grund der gemeinsamen Interessen immer enger. Die Mitgliederversammlungen beschließen, beide Verbände im ZDK zusammenzuschließen. Dies setzt 1978 eine gemeinsame Mitgliederversammlung in Travemünde durch entsprechende Satzungsänderungen formell in Kraft.

Initiativen für das Gewerbe

Vom Verband gehen zahlreiche Initiativen aus, die wichtige Impulse für die Arbeit und Entwicklung der Mitgliedsbetriebe setzen. Die Ausbildungsordnungen und Berufsbilder werden neu gefasst, kundenfreundliche Reparatur- und Verkaufsbedingungen eingeführt. Die obligatorische Abgasuntersuchung und die Einbindung der Werkstätten in die amtliche Fahrzeugüberwachung sind ebenfalls maßgeblich auf Initiativen des Verbandes zurückzuführen. Nach langem, hartnäckigem Kampf erreicht der Verband zudem, dass die das professionelle Gewerbe benachteiligende Umsatzsteuerregelung für Gebrauchtfahrzeuge beseitigt wird – heute gilt die Differenzbeteuerung.

Die Bedeutung des Kfz-Gewerbes und seiner fachlichen Kompetenz unterstreicht der ZDK durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Bereits 1955 fanden die ersten kostenlosen Beleuchtungswochen statt. Im Mai 1970 wurden die ersten Schiedsstellen des Kfz-Handwerks und das Schild „Meisterbetrieb der Kfz-Innung“ vorgestellt. 1971 folgt das Gebrauchtwagen-Vertrauenssiegel. Eine eigene Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird aber erst nach dem Bezug des gemeinsamen Verbandshauses von ZDK und ZVK Anfang der siebziger Jahre in Bonn eingerichtet.

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