125 Jahre Auto: Die großen Jaguar-Jahre

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E-Type: Der Formvollendete

Dieser E-Type, 1961 in Genf als Coupé vorgestellt, wurde mit seinem 3,8 Liter-Reihensechszylinder (265 PS, 240 km/h Höchstgeschwindigkeit) bis August 1964 produziert, ebenso der Roadster. Beide Varianten dieser besonders puristischen Series 1-Epoche überzeugten stilistisch durch die aerodynamisch unter einer chromumrandeten Plexiglasabdeckung integrierten Frontscheinwerfer, während die zunächst verwendeten drei Scheibenwischer eher als britische Eigenart durchgingen.

Drittes herausragendes Design-Beispiel der prägenden Jaguar-Jahre ist die XJ 6-Limousine von 1968. Mit diesem Entwurf bestätigte der bis 1972 die Unternehmensgeschicke direkt bestimmende Sir William Lyons den Ruf von Jaguar, Limousinen sportlicher Machart zu lancieren.

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Was bereits bei der Mk. 2-Limousine von 1959 gelang, und in der Formensprache über die Mk. X und 420 G der größeren Baureihen fortgesetzt wurde, kam beim XJ6 des Series 1-Entwurfs von 1968 in ungeahnter Brillanz zur Geltung: die Proportionen und Details, die dem viertürigen Jaguar erneut ein Alleinstellungsmerkmal im internationalen Automobilbau sicherten. Wie bei XK und E-Type besaß auch der XJ Design-Gene für eine lange Modellgeschichte, die mit vielen Entwicklungsschritten und Neuinterpretationen erst vor zwei Jahren mit dem von Ian Callum stilistisch verantworteten neuen XJ endete.

XJ-Serie: Meilensteine

Am 26. September 1968 wurde der XJ6 im Royal Lancaster Hotel in London vorgestellt, ehe er tags darauf beim Pariser Automobilsalon vor großem Publikum debütierte. In der populären 4,2 Liter-Version leistete die gestreckt wirkende Limousine 186 PS, dieser Series 1 wurde bis September 1973 gebaut. Im März 1972 dann die Zäsur: Sir William Lyons verabschiedete sich in den Ruhestand, und mit ihm endet die Ära des inhabergeführten Unternehmens.

Zunächst der E-Type und später die XJ Limousine kamen mit V12-Motorisierung, es gab sogar ein Coupé. Im Rückblick bleibt der Series 1-XJ der Meilenstein der Limousinen-Historie nicht nur bei Jaguar, sondern der im Automobilbau so spannenden sechziger Jahre insgesamt. Mit den damals entwickelten Konzepten ließ sich die wirtschaftlich wechselvolle Entwicklung der siebziger und achtziger Jahre durchstehen. Auf den E-Type folgte erst 1975 mit dem XJ-S ein großes Coupé mit diskussionswürdigem Design. Was einmal mehr die Erfahrung bestätigte: Auf epochale Entwürfe folgt nicht selten eine kreative Atempause.

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