125 Jahre Auto: Die großen Jaguar-Jahre

Autor / Redakteur: sp-x/Manfred Jerzembek / Gerd Steiler

Am 4. September jährt sich zum 110ten Mal der Geburtstag von Jaguar-Gründer Sir William Lyons. Bereits am 15. März feierte Jaguar das 50-jährige Jubiläum des wohl bedeutendsten Modells der Firmengeschichte: des legendären E-Type.

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Nicht wenige der klangvollen Marken der Automobilgeschichte sind das Werk charismatischer Pioniere, Männern mit Wagemut und Durchsetzungsfähigkeit. Enzo Ferrari gehört zu ihnen, Ferruccio Lamborghini, Ferdinand Porsche, aber auch die treibende Kraft hinter Jaguar: Sir William Lyons. Geboren am 4. September 1901 in Blackpool, jährt sich der Ehrentag des Jaguar-Gründers in diesem Jahr zum 110. Mal. Bereits am 15. März feierte Jaguar das 50-jährige Jubiläum des wohl bedeutendsten Modells der Firmengeschichte: An jenem Frühjahrstag des Jahres 1961 wurde auf dem Genfer Automobilsalon erstmals der E-Type präsentiert.

Glanzvoller Neubeginn

Was der 300 SL-Flügeltürer in der ersten Hälfte der 50er Jahre schaffte, wiederholte der E-Type sieben Jahre später: Er symbolisierte den formvollendeten Luxussportwagen schlechthin. Mit seinem vom Aerodynamik-Spezialisten Malcolm Sayer inspirierten makellosen Design und der überlangen Motorhaube als Blickfang etablierte der „E“ ein automobiles Schönheitsideal.

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Doch die glanzvolle Nachkriegshistorie der Marke beginnt früher: Hatte Lyons in den dreißiger Jahren mit dem sportlichen Modell SS 100 erste bedeutende Erfolge, kam das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg richtig in Schwung, als er seine Marke SS (aus Standard Swallow hervorgegangen) im März 1945 in Jaguar umbenannte - um 1948 mit der Vorstellung des schwungvoll-ästhetischen XK 120 ein erstes Ausrufezeichen britischer Autobaukunst zu setzen.

XK 120: Steile Erfolgskarriere

Tatsächlich war dieser XK 120 am 27. Oktober 1948 das große Gesprächsthema bei der London Motor Show in Earls Court. Der vertikal-schmale und von den Scheinwerfern markant eingerahmte Kühlergrill sowie die nicht enden wollenden Kotflügel mit ihrem wellenförmigen Schwung über der Hinterachse verliehen der Seitenansicht des neuen britischen Reihensechszylinder-Sportwagens die gewünschte Dynamik.

Die Modellbezeichnung 120 wurde wegen der angestrebten Höchstgeschwindigkeit von 120 Meilen (über 190 km/h) gewählt - im Mai 1949 schaffte ein XK 120 auf einer belgischen Autobahn es sogar, die 200 km/h-Marke zu knacken. Wie später beim E-Type war dieses Basis-Design des XK 120 so perfekt, dass es in den Modellen XK 140 und XK 150 nur noch sanft verfeinert werden musste und kaum „alterte“.

Der moderne Reihensechszylinder mit Leichtmetall-Zylinderkopf und zwei obenliegenden Nockenwellen, ab 1948 als „XK-Motor“ bekannt, trug ebenfalls wesentlich zum sportlichen Ruf der Marke bei. Zwischen 1949 und 1961 wurden insgesamt 30.500 XK-Modelle gebaut. Erst der vom Le Mans-Sieger D-Type (charakteristisch mit der hohen Single-Heckflosse von 1956/1957) in Grundzügen abgeleitete E-Type beendete die Karriere dieser drei XK-Baureihen.

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