Oldtimerweltverband 60 Jahre FIVA

Von Steffen Dominsky 4 min Lesedauer

Die Fédération Internationale des Véhicules Anciens feiert Jubiläum. Mittlerweile vertritt der Oldtimerweltverband mit mehr als zwei Millionen Mitgliedern aus fast 70 Ländern aller fünf Kontinente.

In diesem Jahr wird der Oldtimerweltverband 60 Jahre alt. Ein seiner sichtbaren Aufgaben: die Herausgabe der FIVA Identity Card.(Bild:  ADAC)
In diesem Jahr wird der Oldtimerweltverband 60 Jahre alt. Ein seiner sichtbaren Aufgaben: die Herausgabe der FIVA Identity Card.
(Bild: ADAC)

Vor 60 Jahren, genauer gesagt am 26. Februar 1966, gründete sich die FIVA, genau, die mit „V“. Die Gründerväter der Fédération Internationale des Véhicules Anciens war eine internationale Gemeinschaft von Organisationen, die sich für historische Fahrzeuge einsetzen – und es bis heute tun. Vertreter aus mehreren Ländern schlossen sich zusammen, um eine Institution zu schaffen, die sich ausschließlich der Förderung, dem Schutz und der Bewahrung motorisierter Klassiker widmet – vom Auto über Motorräder bis hin zu Bussen, Lkw und Traktoren. In den vergangenen sechzig Jahren ist die FIVA stark gewachsen und heute als Dachorganisation in über neunzig Ländern auf allen Kontinenten vertreten – mit mehr als zwei Millionen Mitgliedern aus fast 70 Ländern aller fünf Kontinente. Ergänzt wird dieses Netzwerk durch zahlreiche professionelle Partner, darunter internationale Fahrzeughersteller, Zulieferer, bedeutende Museen und Veranstalter historischer Rallyes und Events. Gemeinsam mit der FIA, dem globalen Dachverband des Automobilsports und der Mobilitätsclubs, sowie der FIM, dem internationalen Motorradverband, setzt sich die FIVA für die Förderung des historischen Fahrens ein. 2023 mündete diese Zusammenarbeit in ein gemeinsames Manifest der drei Organisationen.

Angesichts ihrer weltweiten Bedeutung engagiert sich die FIVA dafür, das industrielle Kulturerbe historischer Fahrzeuge zu bewahren und das technische Wissen an kommende Generationen weiterzugeben. Ein sichtbares Zeichen dafür ist die langjährige Partnerschaft mit der UNESCO, die 2017 in einer offiziellen kulturellen Zusammenarbeit und einem beratenden NGO‑Status mündete. Seit 2022 arbeitet die FIVA zudem mit dem International Committee for the Conservation of the Industrial Heritage (TICCIH) zusammen, das sich der Erforschung und Bewahrung industriellen Erbes widmet. Gemeinsam verleihen die FIVA und der TICCIH den Automotive Industrial Heritage Recognition Award, der herausragende Leistungen im Erhalt automobilen Kulturerbes würdigt. Ergänzt wird dieses Engagement durch die FIVA Heritage Hall of Fame, inzwischen ein international anerkannter Preis, sowie das neue FIVA World Heritage Vehicle Programme, das Fahrzeuge mit besonderer Bedeutung für das jeweilige nationale Kulturerbe auszeichnet.

FIVA Identity Card

Die FIVA Identity Card ist der internationale Fahrzeugpass des Oldtimerweltverbands FIVA. Sie kann für mechanisch angetriebene Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren gebaut wurden und in historisch korrektem Zustand erhalten sind, ausgestellt werden. In der FIVA Identity Card wird die Authentizität eines Fahrzeugs beschrieben. Die FIVA möchte mit diesem Fahrzeugpass die Besitzer dazu bewegen, sich mit den technischen und geschichtlichen Daten ihres Oldtimers zu befassen und diese zu dokumentieren, damit auch nachfolgende Generationen den Werdegang des Fahrzeugs nachvollziehen können und dieses im Sinne einer weitestgehenden Originalität bewahrt und gepflegt wird. Speziell bei Fahrzeugen vom Beginn der motorisierten Bewegung, über die nur wenig schriftliche Informationen überliefert waren, ist dies frühzeitig als Aufgabe erkannt worden. Aus diesem Grund haben beispielsweise die FIVA-Gründungsmitglieder ASC und DAVC bereits in den 80er-Jahren vor der Einführung der FIVA Identity Card eigene Wagenpässe ausgestellt. Seit 2008 kann die FIVA Identity Card bei ADAC Klassik beantragt werden.

ADAC, ASC, AvD und DAVC als nationale Vertreter

Zu den zentralen Aufgaben von FIVA gehört heute nicht nur die Förderung, der Schutz und die Bewahrung historischer Fahrzeuge, sondern auch deren verantwortungsvolle Nutzung im öffentlichen Straßenverkehr – einschließlich sogenannter Youngtimer zwischen 20 und 30 Jahren. Der Verband muss sich neuen Herausforderungen stellen: alternative Kraftstoffe, nachhaltige Technologien und verantwortungsvolle Restaurierungspraktiken, die den Erhalt der Fahrzeuge sichern, ohne ihre Authentizität zu gefährden. Die Lösungen sind komplex, doch die Botschaft ist klar: Die Vergangenheit zu bewahren und gleichzeitig die Zukunft im Blick zu behalten, ist kein Widerspruch. Es ist eine gemeinsame Aufgabe, der sich die FIVA aktiv stellt – etwa durch die Arbeit der Gesetzgebungskommission, der Technischen Kommission oder durch die Forschung nationaler Mitgliedsverbände.

In Deutschland sind der Allgemeine Schnauferl-Club e.V. (ASC), der Deutsche Automobil-Veteranen-Club e.V. (DAVC), der Automobilclub von Deutschland e.V. (AvD) und das ADAC Klassik Ressort Mitglied der FIVA. 2008 hatte der Oldtimerweltverband hat den ANF-Status (Autorité Nationale de la FIVA) für Deutschland dem ADAC Klassik Ressort übertragen. Diesem nationalen Vertreter der FIVA obliegen spezielle Aufgaben und Pflichten. Hierzu zählen die Koordinierung der Kräfte und Aktivitäten für das Oldtimerwesen, die politische Vertretung der FIVA, die Ausgabe der FIVA Identity Card (Fahrzeugpass) für historische Fahrzeuge und die Beobachtung von Veranstaltungen. Des Weiteren nimmt das ADAC Klassik Ressort zusammen mit ASC, AvD und DAVC bei den Hauptversammlungen des Weltverbandes die Stimmrechte für Deutschland wahr.

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