83.523,35 Euro Schaden: Daimler gibt gemieteten Tesla demoliert zurück

Autobauer borgte sich Model X für Testzwecke aus

| Autor: Christoph Seyerlein

Ein Tesla Model X P100DL+ war das Topmodell im Angebot des Fahrzeugvermieters „Elektromotron“. Daimler-Ingenieure haben das Auto offenbar bei Testfahrten sichtlich strapaziert.
Ein Tesla Model X P100DL+ war das Topmodell im Angebot des Fahrzeugvermieters „Elektromotron“. Daimler-Ingenieure haben das Auto offenbar bei Testfahrten sichtlich strapaziert. (Bild: Tesla)

Die Geschichte des „Spiegel“, dass Daimler ein gemietetes Tesla-Model-X in ramponiertem Zustand zurückgegeben hat, lief am Wochenende über sämtliche Newsticker. Nun kommen nach und nach mehr Details zu dem Fall ans Licht. Mittlerweile hat sich auch der geschädigte Kleinunternehmer Manfred van Rinsum zu dem Fall geäußert. Er befürchtet, auf dem Schaden sitzenzubleiben, da Daimler bislang keine Anstalten gemacht hat, für sein Verhalten geradezustehen.

Van Rinsum verleiht gemeinsam mit Monika Kindlein über sein Kleinunternehmen „Elektromotron“ im bayerischen Oettingen drei Tesla-Modelle: ein Model S 90D, ein Model S 100D und ein Model X P 100DL+. Letzteres mietete Sixt im Juni bei Elektromotron sieben Wochen lang im Auftrag eines Kunden an. Für van Rinsum ein lukratives Geschäft.

Tesla Model X 100 D: Elektrisierende Unvernunft

Die Freude darüber währte allerdings nur bis zu dem Moment, als der Wagen wieder zurückkam. Nach Schilderung des Unternehmers war die Heckklappe verzogen, Verkleidungsteile hatten die Benutzer provisorisch wieder mit Klebeband angebracht oder einfach in den Fußraum gelegt. Auch Lackschäden stellte van Rinsum fest. Die Mieter hatten das Auto zuvor den Berichten zufolge teilweise auseinander- und wieder zusammengebaut und über Schlechtwege-Strecken gejagt.

Als van Rinsum den Wagen zur Aufnahme zur Dekra brachte, bezifferte die Prüforganisation den Gesamtschaden – inklusive aller Kosten und des Mietausfalls – auf 83.523,35 Euro.

Diese Summe will van Rinsum nun zurück haben. Sixt hat laut einem Bericht der „Welt“ bereits 18.500 Euro beglichen. Der Rest entfällt nach Ansicht des Großvermieters aber auf den eigentlichen Benutzer. Und da kommt Daimler ins Spiel. Denn van Rinsum fand nach eigenen Angaben im Handschuhfach des Tesla einen Zettel mit der Aufschrift „Sie parken falsch!“ Ausgestellt wurde die Mitteilung offenbar am 11. Juli 2017 um 8.40 Uhr im Mercedes-Benz Technology Center in Sindelfingen. Außerdem nutzt van Rinsum in seinen Tesla-Modellen eine Ortungsfunktion. Und diese stellte im gemieteten Zeitraum Aktivitäten auf Teststrecken nahe Barcelona und in Sindelfingen mit dem Model X fest. Im Vertrag mit Sixt hatte der Kleinunternehmer allerdings festhalten lassen, dass der Tesla nicht auf Test- und Rennstrecken genutzt werden dürfe.

Ob van Rinsum den gesamten Schaden beglichen bekommt, ist dennoch fraglich. Er selbst befürchtet mehreren Berichten zufolge, dass er einen Prozess gegen Konzerne wie Daimler und Sixt nur verlieren könne. Der Stuttgarter Autobauer selbst hält sich zu dem Fall bislang bedeckt. Gegenüber dem Spiegel teilte Daimler lediglich mit, dass „Vergleichsfahrten“ in der Automobilbranche üblich seien. Grundsätzlich käme in derartigen Fällen eine Versicherung zum Tragen, die die Schadensregulierung vornehme, teilte der Konzern dem „SWR“ mit. Eine ausführlichere Stellungnahme lehnten die Stuttgarter auf Nachfrage aber ab.

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