ADAC-Test: Billige Kindersitze sind gefährlich

Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

Es muss nicht immer das neuste Modell des Markenherstellers sein. Doch irgendeinen No-Name-Kindersitz im Internet zu bestellen, ohne auf Experten-Empfehlungen zu achten, kann böse enden.

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Billige Kindersitze sind gefährlich: Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Sicherheitstest von ADAC und Stiftung Warentest.
Billige Kindersitze sind gefährlich: Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Sicherheitstest von ADAC und Stiftung Warentest.
(Foto: ADAC)

Vor vermeintlich günstigen No-Name-Kindersitzen, die ohne Beratung im Internet verkauft werden, warnen ADAC und Stiftung Warentest. Im Rahmen einer Stichprobe haben die Organisationen zehn Modelle unter 70 Euro getestet, sechs davon fielen mit der Note „mangelhaft“ durch, einige zerbrachen sogar im Test. Die verheerenden Ergebnisse überraschten sogar die Prüfer.

Der Härtetest umfasste einen Frontcrash mit 64 km/h und einen Seitenaufprall mit 50 km/h. Neben der Sicherheit wurden auch die Kriterien Bedienung und Ergonomie, Schadstoffgehalt sowie Reinigung und Verarbeitung bewertet. Die Babyschale Nania Beone SP (59 Euro) für Säuglinge ist das einzige mit der Gesamtnote „gut“ bewertete Produkt im Test. Laut Stiftung Warentest handelt es sich um die seit Jahren erste gute Babyschale für unter 100 Euro. In den drei weiteren Gewichtsklassen sah es anders aus.

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Alles andere als sicher

Beim Nania Safety Paris SP in der Klasse für Kinder bis 18 Kilogramm (1-4 Jahre) wurden die Anschnallgurte samt Verankerung durch die Wucht des Front-Aufpralls aus der Sitzschale herausgerissen, bei einem Unfall wäre das Kind gegen den Fahrersitz geknallt. Ebenfalls „mangelhaft“ schnitten in der Klasse für Kinder von 9 bis 36 Kilogramm (1-12 Jahre) ab: Tiggo Bebehut, United-Kids Alpha Deluxe, United-Kids Kid Komfort, United-Kids Kidstar. Hier gab es zwei Produkte mit der Note „befriedigend“, den Nania Racer SP und der Fisher Price FP3000. In der Klasse für Kinder von 15 bis 36 Kilogramm (4-12 Jahre) schnitt der Fisher Price FP4000 mit „befriedigend“ ab, der Nania Starter SP fiel aufgrund einer hohen Schadstoffbelastung durch.

Problematisch fanden die Tester, dass bei verschiedenen Sitze, die mehrere Jahre eingesetzt werden, die Rückenstütze abgenommen werden muss. Dann sind die kleinen Passagiere beim Seitenaufprall nicht mehr ausreichend geschützt.

Günstige Alternative

Die ausführlichen Ergebnisse kann man in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Test“ der Stiftung Warentest nachlesen. Dort werden auch gut getestete Kindersitze aus früheren Tests aufgeführt – für weniger als 170 Euro ist allerdings keiner zu haben.

Es muss aber nicht immer das neuste Modell des Markenherstellers sein. Eltern sollten Verbraucherschutztests zurate ziehen, um günstige und gleichzeitig auch sichere Modelle zu finden, empfehlen die Tester. Oft ist auch das Vorgängermodell eines qualitativ hochwertigen Produktes eine preisgünstige und gute Alternative.

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