Akzeptabler Kompromiss für Mazda-Servicepartner

Neuen Verträge werden Ende November verschickt

| Autor: Julia Mauritz

Werner Prange wurde auf der Jahreshauptversammlung zum Präsidenten des Mazda-Händlerverbands wiedergewählt.
Werner Prange wurde auf der Jahreshauptversammlung zum Präsidenten des Mazda-Händlerverbands wiedergewählt. (Bild: Mauritz)

Wie bereits auf der Vorjahresveranstaltung waren auch auf der diesjährigen Hauptversammlung des Mazda-Händlerverbands in Neu-Isenburg die neuen Serviceverträge das Hauptthema. Ende dieses Monats verschickt der Importeure die neuen Papiere, in Kraft treten sie dann am 1. Januar 2019. Fast ein Jahr lang hatte Mazda Motors Deutschland mit dem Händlerverband und Handelsvertretern verhandelt.

Am vergangenen Samstag konnte Werner Prange, der auf der Tagung zum Verbandspräsidenten wiedergewählt wurde, auch offiziell Vollzug verkünden: „Der neue Servicevertrag hat uns wirklich alles abverlangt. Die Gesprächskultur mit dem Importeur war konstruktiv, aber wir mussten in unzähligen Sitzungen um jedes Wort ringen.“

Herausgekommen ist ein „akzeptabler Kompromiss, mit dem der eine besser und der andere schlechter leben kann“, resümierte Werner Prange das Ergebnis der außergewöhnlich langen Verhandlungsphase; ursprünglich war geplant, die neuen Verträge bereits Mitte 2017 unter Dach und Fach zu haben.

Der größte Knackpunkt bei den Verhandlungen war, dass sich Mazda ursprünglich das Recht vorbehalten wollte, zahlreiche Regelungen jederzeit einseitig zu ändern: von den Mindeststandards und dem Garantiehandbuch über die Marketingrichtlinie bis hin zur Übermittlung der betriebswirtschaftlichen Daten. Letztlich konnte der Händlerverband erreichen, dass diese Änderungen nur mit seiner Zustimmung möglich sind. Generell gehe es dem Händlerverband dabei nicht darum, zukunftsweisende Neuerungen wie die Elektrifizierung zu blockieren, man wolle sie nur gemeinsam gestalten, unterstrich der Geschäftsführer des Mazda-Händlerverbands, Marcus Weller.

Auch die Planbarkeit für die Servicepartner habe der Händlerverband deutlich verbessern können: „In der ursprünglichen Version des Vertrags hätte Mazda die Vergütung für die Partner in einem Konditionenprogramm jährlich abändern können, diese Frist haben wir auf mindestens drei Jahre verlängern können. Zudem sind in einer zusätzlichen Konditionenvereinbarung Mindestvergütungen geregelt, und diese haben die gleiche Laufzeit wie der Vertrag selbst“, sagte Marcus Weller.

Einige Kröten hatte der Händlerverband aber auch schlucken müssen: Während in den alten Serviceverträgen Mazda den händlerindividuellen Stundenverrechnungssatz bei Garantiearbeiten zu 100 Prozent vergütet hatte, werden diese künftig um das händlerindividuelle Nachlassverhalten beim mechanischen Stundenverrechnungssatz reduziert. Um die Höhe der Vergütung zu bestimmen, muss ein Servicepartner dem Importeur dann die komplette Werkstattrechnung übermitteln. Sichergestellt werden konnte in den Gesprächen jedoch, dass nur die hierfür erforderlichen Daten übertragen werden.

Wie viele reine Mazda-Servicepartner den neuen Vertrag erhalten werden, wollte die vollständig nach Neu-Isenburg angereiste erste Führungsriege von Mazda Deutschland nicht verraten. In der Vergangenheit hatte der Leverkusener Importeur keinen Hehl daraus gemacht, dass er es am liebsten sieht, wenn Service und Vertrieb im Netz in einer Hand liegen.

65.000 Neuzulassungen im Jahr 2018

Zufrieden zeigten sich der Händlerverband und der Importeur unisono mit der aktuellen Vertriebssituation: „Wir werden unser anvisiertes Ziel von 65.000 Neuzulassungen und zwei Prozent Marktanteil erreichen – und das mit vernünftigen Vertriebs- und Marketingmaßnahmen“, bekräftigte Mazda-Deutschland-Chef Bernhard Kaplan. Vertriebsdirektor René Bock war besonders über das starke Privatkundengeschäft erfreut. Auch die Skyactiv-Wechselprämienaktion habe sich ausgezahlt: „Es wurden bereits gut 2.100 Verträge geschrieben, 80 Prozent davon waren Eroberungen.“ Erfreulich sei auch der große Zuspruch der Händler auf die neu ausgerufene Wechselprämie für Euro-5-Diesel-Bestandskunden.

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