Alfa-Romeo-Händler bluten aus

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Das Vertrauen zum Hersteller sei verloren gegangen, bedauert Unold, und die Lage spitze sich weiter zu: „Die Händler verlieren jeden Monat mit der Marke Alfa Romeo richtig Geld, und der wirtschaftliche Druck, der auf ihnen lastet, ist enorm.“ Die Maßnahmen, die der Importeur getroffen habe, um die Händler in dieser schwierigen Situation zu entlasten, beispielsweise durch die Senkung der Standards oder Anpassungen bei der Vorführwagenregelung, seien nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Der Frankfurter Importeur ist sich des Ernstes der Lage nach eigenen Angaben bewusst: „Wir versuchen, gemeinsam mit unseren Händlern Übergangslösungen zu finden, um die schwierige Zeit zu überbrücken“, betont Fiat-Sprecher Claus Witzeck. Was die Verfügbarkeit des Mito angeht, gibt er Entwarnung: „Es ist gesichert, dass ausreichend Fahrzeuge der ersten Serie über uns abrufbar sind. Für die zweite Serie wird die Bestellbarkeit bereits im Mai wieder geöffnet sein.“

Über 90 Prozent der Händler haben Vertrag unterzeichnet

Die langfristigen Perspektiven für die Marke seien dank der geplanten attraktiven Modelle gut. Über 90 Prozent der Alfa-Romeo-Händler hätten den neuen Händlervertrag unterzeichnet und damit die Entscheidung getroffen, gemeinsam in die Zukunft zu gehen.

Wie die Zukunft von Alfa Romeo aussehen könnte, darüber wird in der italienischen Presse seit Monaten heiß diskutiert. Einmal sorgt das angebliche Interesse des Volkswagen-Konzerns an Alfa Romeo für Schlagzeilen, ein anderes Mal wird darüber spekuliert, wann das Fabrikat den Sprung über den großen Teich wagt. Fest steht schon jetzt: Auf der Los Angeles Motor Show im kommenden Herbst präsentiert Alfa Romeo den 4 C erstmals dem amerikanischen Publikum.

Der Produktausblick des italienischen Herstellers klingt vielversprechend: Für die kommenden Jahre hat Alfa Romeo viele neue Modelle angekündigt. Neben dem Giulia kommt unter anderem ein zusammen mit Mazda entwickelter Spider-Nachfolger. Für 2016 ist die Einführung des E-Segment-Flaggschiffs 169 geplant. Das Nachfolgemodell des 166 soll auf dem neuen Maserati Ghibli basieren. Auch ein SUV ist in der Mache.

Bleibt zu hoffen, dass es für die italienische Traditionsmarke bis dahin nicht zu spät ist.

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