Alfa-Romeo-Händler bluten aus

Autor Julia Mauritz

Das dramatisch abgespeckte Modellangebot des italienischen Herstellers fordert seinen Tribut. Die Neuzulassungen sind im Keller, die Vertriebspartner frustriert.

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(Foto: Alfa Romeo)

Die Traditionsmarke Alfa Romeo droht, hierzulande in der Versenkung zu verschwinden. Gerade einmal 371 Neuwagen wurden im März nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts neu zugelassen – ein Minus von fast 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 139 Einheiten davon waren Händler- und Werkszulassungen. Auch kumuliert über die ersten drei Monate 2013 lag das Minus bei knapp 60 Prozent.

Die Marke blutet langsam aus: Seit dem Produktionsstopp des 159 im Jahr 2011 müssen die Alfa-Romeo-Händler mit gerade einmal zwei Modellen auskommen: dem Kleinwagen Mito, den es bislang nur als Dreitürer gibt, und dem Kompaktklassemodell Giulietta. Und damit nicht genug: Nach Händlerangaben ist der Mito seit dem 21. März aufgrund eines anstehenden Facelifts nicht bestellbar.

Entsprechend groß ist der Frust im Händlernetz: „Alleine in der vergangenen Woche habe ich 15 Kunden verloren, die einen 159 geleast hatten und denen ich kein Folgeangebot machen konnte“, beklagt sich ein Alfa-Romeo-Händler im Gespräch »kfz-betrieb ONLINE«. Wenn es so weitergeht, verliere die Marke bis zum Jahresende 70 Prozent ihrer Kunden in Deutschland, schätzt er.

Besonders in der Kritik steht die Informationspolitik des italienischen Herstellers. Die Händler beklagen, dass Alfa Romeo die Einführung der dringend benötigten neuen Modelle immer wieder nach hinten verschiebe, ohne seine Vertriebspartner darüber in Kenntnis zu setzen.

Modelleinführungen wiederholt verschoben

Die ursprünglich für 2013 vorgesehene Einführung der Mittelklasselimousine Giulia und des Kombis Giulia Sportwagon hatte Alfa Romeo erst auf das Jahr 2014 und mittlerweile auf 2015 verschoben. Unklar ist auch, wie es künftig um die Verfügbarkeit des Sportwagens 4 C steht, der momentan in einer auf weltweit 1.000 Einheiten limitierten Launch Edition erhältlich ist. „Ich kann den Kunden, die sich für den 4 C interessieren, aktuell keinerlei Auskunft geben“, so ein Alfa-Romeo-Händler. Er werde den Eindruck nicht los, dass der Fiat-Konzern die Marke längst aufgegeben hat.

Sven Unold, Vorstandsmitglied des Alfa-Romeo-Händlerverbands, der bis zur geplanten Gründung des Alfa Romeo Lancia Jeep Partnerverbands die Interessen der Händler vertritt, hat Verständnis für den Frust der Händler – vor allem für die 20 Betriebe, die die Marke exklusiv vertreiben: „Der Handel kämpft mit stumpfen Waffen. Ohne Produkte kann man auch nichts verkaufen. Die Händler brauchen dringend einen verbindlichen Produkt- und Zeitplan und verlässliche Aussagen, um unternehmerische Entscheidungen treffen zu können.“

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