Kfz-Lobbyarbeit in Brüssel AME und Cecra sind fusioniert

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Vor mehr als 40 Jahren gegründet, jetzt Geschichte: Der europäische Dachverband für das Kfz-Handwerk Cecra geht in dem neuen AME auf. In Brüssel besiegelten die Spitzenvertreter ihren Zusammenschluss.

Fusion von Cecra mit AME besiegelt (v.l.): Jürgen Hasler (HGF ZDK und Co-Präsident AME Francis Bartholomé (Präsident Mobilians), Peter Daeninck (Präsident Cecra) und  Xavier Horent (Generaldirektor Mobilians und Co-Präsident AME).  (Bild:  AME)
Fusion von Cecra mit AME besiegelt (v.l.): Jürgen Hasler (HGF ZDK und Co-Präsident AME Francis Bartholomé (Präsident Mobilians), Peter Daeninck (Präsident Cecra) und Xavier Horent (Generaldirektor Mobilians und Co-Präsident AME).
(Bild: AME)

Die Interessenvertretung des Kfz-Gewerbes ist auf EU-Ebene neu geordnet: Die Automotive Mobility Europe (AME) und der europäische Verband Cecra (European Council for Motor Trades and Repairs) haben am 31. März 2026 in Brüssel ihre Fusion vertraglich besiegelt.

Der somit gestärkte AME versteht sich als neuer Dachverband und Ansprechpartner für EU-Institutionen, Hersteller, Zulieferer und Verbraucherorganisationen, der für den gesamten Mobilitätssektor in Europa steht.

Damit endet die Geschichte des 1983 von Vertretern aus Frankreich und Deutschland als europäischen Dachverband des Kfz-Gewerbes (Handel und Handwerk) gegründeten Cecra . Der ZDK, neben Frankreich Mitbegründer des Cecra, war bereits 2018 aus dem Verband ausgetreten; Frankreich folgte 2024. Rechtsnachfolger von Cecra ist nun AME.

Cecra ist ab 1. April Geschichte

Der im Sommer 2025 gegründete AME vereint nationale Verbände aus dem Automobil- und Mobilitätssektor sowie europäische Händlerverbände unter einem Dach. Vertreten sind Händler, Kfz-Werkstätten, unabhängige und markengebundene Betriebe sowie weitere Aftermarket-Akteure. Ziel der Bündelung ist, die Anliegen der Branche mit größerem Gewicht in die EU-Entscheidungsfindung einzubringen. Damit vertritt AME künftig die Interessen von rund 4,5 Millionen Beschäftigten im europäischen Kfz-Gewerbe.

Hintergrund der Fusion ist der anhaltende Strukturwandel der Automobilwirtschaft. Elektromobilität, Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle verändern die Rahmenbedingungen für Händler, Werkstätten und Mobilitätsdienstleister erheblich. AME setzt sich deshalb vor allem für faire Regulierung, weniger Bürokratie, Zugang zu Fahrzeugdaten sowie bessere Marktbedingungen für KMU ein.

AME als neuer EU-Dachverband für Mobilität

„Wir haben die Idee zur Gründung eines neuen, starken Bündnisses im Jahr 2025 in Paris ins Leben gerufen“, sagte Xavier Horent, CEO von Mobilians und Co-Präsident von AME. Mit dem Zusammenschluss sei nun das Ziel erreicht, auf EU-Ebene mit einer einheitlichen Stimme aufzutreten und den nachhaltigen Wandel der Mobilität zu begleiten. Der Verband löst sich damit auf und ist Geschichte.

Jürgen Hasler, Hauptgeschäftsführer des ZDK und ebenfalls Co-Präsident von AME, verwies auf die tiefgreifenden Veränderungen der Branche und betonte die Notwendigkeit einer starken, geeinten Vertretung in Brüssel.

Auch Cecra-Präsident Peter Daeninck hob die Bedeutung des Zusammenschlusses hervor. Cecra habe über mehr als 40 Jahre als Stimme von Händlern und Werkstätten in Brüssel fungiert. Mit der Fusion entstehe nun eine stärkere und einflussreichere Organisation, die das Fachwissen der Branche in die EU-Institutionen einbringen solle.

Zu den politischen Prioritäten von AME zählen einfacher gestaltete und KMU-freundlichere Gesetzgebung, faire Marktbedingungen, Zugang zu Fahrzeugdaten, Batteriereparatur sowie eine stärkere Berücksichtigung des Einzelhandels- und Reparatursektors. Der Verband bekennt sich zur Dekarbonisierung des Straßenverkehrs und fordert verbesserte Ladeinfrastruktur europaweit.

Der AME-Vorstand setzt sich aus Vertretern europäischer Verbände zusammen. Co-Präsidenten sind Xavier Horent (Mobilians, Frankreich) und Jürgen Hasler (ZDK, Deutschland). Weitere Mitglieder: Gitte Seeberg (Auto Branchen Danmark), Rodrigo da Silva (Aran), Geert Brummelhuis (Bovag), Tero Lausala (AKL), Henri de Hemptinne (Traxio) und Jaime Barea (Ganwam).

Der 2019 vom ZDK nach seinem Cecra-Austritt gegründete AECDR (Alliance of European Car Dealers and Repairers) bleibt bestehen und vertritt weiterhin den markengebundenen Autohandel. Der ZDK strebt auch hier eine engere Zusammenarbeit der europäischen Dachverbände an.

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