Stellantis Weniger Volumen in Europa – Opel-Rückstufung bestätigt

Quelle: dpa/jr 2 min Lesedauer

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Neue Strategie, weniger Opel: Stellantis investiert Milliarden, setzt aber auf andere Marken. Das Geld will der Konzern künftig vor allem in Nordamerika verdienen.

(Bild:  Stellantis)
(Bild: Stellantis)

Der Autokonzern Stellantis will seine Produktionskapazitäten in Europa um jährlich 800.000 Autos verkleinern. Dazu seien eine andere Nutzung des Werkes im französischen Poissy sowie Partnerproduktionen in Rennes, Madrid und Saragossa geplant, teilte die Opel-Mutter bei einem Investorentag im US-amerikanischen Auburn Hills mit.

Die Auslastung der Fabriken soll von 60 auf 80 Prozent steigen. Die deutschen Stellantis-Werke in Rüsselsheim und Eisenach wurden nicht erwähnt. In Saragossa soll ein von Opel und der chinesischen Stellantis-Beteiligung Leapmotor entwickeltes vollelektrisches SUV vom Band laufen. Die Jobs in der Fertigung sollten erhalten bleiben, hieß es vom Konzern.

Opel in der zweiten Reihe

Bei der vorgestellten Unternehmensstrategie für die kommenden fünf Jahre wird Opel noch weiter in den Hintergrund gestellt. Bis 2030 will Konzernchef Antonio Filosa zusammengenommen 60 Milliarden Euro investieren, um den VW-Rivalen mit italienischen, französischen und amerikanischen Wurzeln wieder auf Kurs zu bringen. Dazu würden die Kooperationen mit chinesischen (Leapmotor, Dongfeng) und indischen Partnern (Tata) intensiviert.

Rund 70 Prozent der Investitionen sollen künftig auf die vier Kernmarken Jeep, Ram, Peugeot und Fiat entfallen, während Opel zusammen mit Chrysler, Dodge, Alfa Romeo und Citroën in die Gruppe der Regionalmarken einsortiert wird. DS und Lancia sollen künftig von Citroën und Fiat geführt werden.

Während für Peugeot beispielsweise bis 2030 sieben neue Modelle eingeplant sind, sollen es bei Opel nur vier werden. Konkreter wurde Opel-Chef Florian Huettl dabei nur in Bezug auf zwei der vier neuen Autos: Das eine werde die neue Corsa-Generation sein, das andere das bereits bestätigte C-Segment-SUV auf Basis von chinesischer Leapmotor-Technik.

Citroën-Chef Xavier Chardon bestätigte in Auburn Hills, dass der 2CV als günstiges E-Auto für unter 15.000 Euro zurückkehren wird. Erstmals zeigen will er ein entsprechendes Konzept auf dem Pariser Autosalon Mitte Oktober.

110 neue und aktualisierte Autos

CEO Antonio Filosa kündigte 60 neue Autos und 50 Modellaktualisierungen an. Davon seien 29 reine Batterieautos. In Europa strebt Stellantis eine operative Marge von 3 bis 5 Prozent an. Das Sparprogramm auf dem Kontinent soll dazu beitragen, die jährlichen Kosten im Konzern bis 2028 gegenüber dem vergangenen Jahr um 6 Milliarden Euro zu senken. Auf dem Markt in Nordamerika strebt Filosa bis zum Jahr 2030 wieder eine operative Marge von 8 bis 10 Prozent ab.

An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. Die Aktie sackte in Mailand zeitweise um über 7 Prozent ab. Der Konzern habe sich wie befürchtet Ziele gesetzt, die weit in der Ferne lägen, schrieb Analyst Philippe Houchois von der US-Investmentbank Jefferies.

Die Kehrtwende werde nicht an einem Tag gelingen, sagte Verwaltungsratschef und Agnelli-Erbe John Elkann auf der Investorenveranstaltung.

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