Reifenentwicklung Der geheime Keller: Zu Gast in Pirellis Entwicklungszentrum

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 4 min Lesedauer

Mitten in Mailand arbeitet die Pirelli-Entwicklungsmannschaft an den Reifen der Zukunft – unterstützt von Großrechnern ebenso wie von klassischen Prüfständen. Nur ein paar Stockwerke über ihnen wird das technische und kulturelle Erbe des über 150 Jahre alten Unternehmens bewahrt.

In mehreren Stockwerken unterhalb des Pirelli-Hauptquartiers befinden sich Prüfstände und andere Testeinrichtungen. Viele stehen auf eigenen Fundamenten, damit keine Schwingungen an das Gebäude übertragen werden.(Bild:  Pirelli)
In mehreren Stockwerken unterhalb des Pirelli-Hauptquartiers befinden sich Prüfstände und andere Testeinrichtungen. Viele stehen auf eigenen Fundamenten, damit keine Schwingungen an das Gebäude übertragen werden.
(Bild: Pirelli)

Die Reifenbranche ist älter als die meisten Autohersteller – auch wenn sie zu Beginn natürlich noch keine Autoreifen produzierte. Aber Gummi war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein neuartiges Material mit ungeahnten Möglichkeiten – und beispielsweise unersetzlich als Schutz- und Isolationsmaterial für Kabel, die mit der beginnenden Elektrifizierung und Telekommunikation in großer Menge benötigt wurden.

Mit diesem Produkt hat auch die Pirelli-Geschichte im Jahr 1872 begonnen. Für unsere Branche wichtiger ist jedoch ein anderer Zeitpunkt, der sich 2026 zum 125. Mal gejährt hat: Seit 1901 produziert Pirelli Reifen für Automobile. Und obwohl dieses Jubiläum seitens der Firma unerwähnt blieb, öffnete sie in diesem Jahr, Mitte Juni, auf Initiative der deutschen Pirelli-Tochter erstmals die Türen ihres Entwicklungszentrums in Mailand sowie des Unternehmensarchivs für eine Gruppe von Fachjournalisten, zu der auch der Autor gehörte.