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Andere Länder, andere Reifen: Was Weihnachtsurlauber beachten sollten

| Autor: Jan Rosenow

Besonders Italien profiliert sich mit mehreren winterlichen Sonderregeln. Und in Österreich dürfen Reifen nicht zu abgefahren sein.

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Bei Schnee ist die Winterreifenpflicht leicht erkennbar, doch es gibt auch andere Gründe für Winterreifen.
Bei Schnee ist die Winterreifenpflicht leicht erkennbar, doch es gibt auch andere Gründe für Winterreifen.
(Bild: Dekra)

Wintertaugliche Reifen sind in Deutschland Pflicht, zumindest wenn auf den Straßen winterliche Bedingungen herrschen – also bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte. Bei Verstößen gegen die Winterreifenpflicht drohen 60 Euro Regelbuße, bei Behinderung 80 Euro und ein Punkt im Fahrerlaubnisregister. Doch in unseren Nachbarländern gelten teilweise strengere Regeln für die Bereifung, und auf diese sollten Kfz-Betriebe ihre Kunden hinweisen, wenn diese in den Weihnachts- oder Skiurlaub starten.

Das beginnt beim allgemeinen Reifenzustand und hört beim richtigen Zubehör auf, beispielsweise Schneeketten. Zum Reifenzustand gehört nicht nur eine schneetaugliche Restprofiltiefe (Experten empfehlen mindestens vier Millimeter), sondern auch die gesetzeskonforme Markierung. Reifen, die seit 2018 produziert wurden, gelten nur dann als wintertauglich, wenn sie mit dem Schneeflockensymbol gekennzeichnet sind. Hier eine Übersicht über die spezifischen Winterreifenbestimmungen in wichtigen Urlaubsländern:

Österreich: Mindestens vier Millimeter Winterreifenprofil

In Österreich müssen Winterreifen mindestens vier Millimeter Profiltiefe haben, sonst gelten sie als nicht wintertauglich. Bei Verstößen können Bußgelder von 35 Euro, bei Gefährdung bis zu 5.000 Euro fällig werden. Ähnlich wie in Deutschland gibt es eine situative Winterreifenpflicht: Bei Schnee, Schneematsch und Eisglätte sind von 1. November bis 15. April auf allen Rädern Winterreifen vorgeschrieben. Auf durchgehend verschneiten Fahrbahnen sind alternativ Schneeketten auf den angetriebenen Rädern erlaubt.

Italien: Über den Brenner nur mit Winterreifen

In Italien müssen von 15. November bis 15. April auf der Brenner-Autobahn sowie im Aosta-Tal grundsätzlich Winterreifen montiert sein, und zwar unabhängig vom Straßenzustand. Daneben ist auf zahlreichen anderen Straßen mit einer Winterreifenpflicht zu rechnen. Wann und wo Winterpneus notwendig sind, legen die regionalen Behörden nach Bedarf fest. Wichtig: Auch die Ausrüstung mit Schneeketten kann angeordnet werden.

Schweiz: Mit Sommerreifen droht Mithaftung

In der Schweiz gibt es für Pkws keine generelle Winterreifenpflicht, die Autofahrer müssen selbst auf geeignete Bereifung achten. Bei Behinderung des Verkehrs droht eine Geldbuße, bei einem Unfall mit Sommerbereifung kann auf den Autofahrer eine Mithaftung zukommen. Bei entsprechender Witterung können die Behörden durch Schilder eine Schneekettenpflicht anordnen.

Frankreich: Auf Beschilderung achten

Auch in Frankreich gibt es keine allgemeine Ausrüstungspflicht für Winterreifen. Bei Bedarf können die Behörden aber Winterreifen oder auch Schneeketten durch Beschilderung vorschreiben. Winterreifen müssen noch mindestens 3,5 Millimeter Profil aufweisen.

Tschechien: Winterreifenpflicht unterhalb vier Grad Celsius

Von Bayern und Sachsen schnell zu erreichen sind die tschechischen Wintersportgebiete im Erzgebirge und Böhmerwald. In Tschechien gilt vom 1. November bis zum 31. März eine situative Winterreifenpflicht – und zwar schon bei Temperaturen unter vier Grad Celsius. Wie in Österreich ist eine Mindestprofiltiefe für wintertaugliche Reifen von vier Millimetern vorgeschrieben.

Slowenien: Mindestens drei Millimeter Restprofil

In dem Alpenland besteht zwischen dem 15. November und dem 15. März sowie bei winterlichen Straßenverhältnissen Winterreifenpflicht. Winterreifen müssen eine Mindestprofiltiefe von drei Millimetern aufweisen.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group