Insolvenzen Anstieg der Branchenpleiten bleibt moderat

Von Andreas Grimm

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Das Kfz-Gewerbe sieht sich weiterhin mit steigenden Insolvenzzahlen konfrontiert. Doch zumindest im Mai fiel die Entwicklung im Vergleich zur Gesamtwirtschaft eher moderat aus.

Die Zahl der Pleiten im Kfz-Gewerbe steigt zwar anhaltend, aber bislang nicht dramatisch an.
Die Zahl der Pleiten im Kfz-Gewerbe steigt zwar anhaltend, aber bislang nicht dramatisch an.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

In der Kfz-Branche steigt die Zahl der Pleiten langsam, aber stetig weiter an. Wie aus den jetzt veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervorgeht, standen im Berichtsmonat Mai 37 Betriebe vor dem finanziellen Ruin. Das waren 8,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Insgesamt bleibt die Zahl der Pleiten aber auf einem im langfristigen Vergleich niedrigen Niveau.

Anders als in den meisten Monaten zuvor entwickelt sich die Insolvenz-Tendenz im Kfz-Gewerbe (inkl. Zubehörhandel, Autowaschanlagen und Motorradbetriebe) sogar besser als in der Gesamtwirtschaft. Über alle Branchen hinweg registrierte das Destatis für den Mai ein Plus der Insolvenzahlen von 11,3 Prozent.

Mit Blick aufs Gesamtjahr zeigt sich allerdings der langfristig stärkere Anstieg der Pleiten in der Kfz-Branche: Seit Jahresstart gerieten 173 Betriebe in finanzielle Schwierigkeiten – 11,6 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Gesamtwirtschaftlich sank die Zahl der Pleiten dagegen in den ersten fünf Monaten des Jahres um 3,8 Prozent.

Mittelfristig ist keine große Veränderung der Insolvenz-Gefahr zu erwarten. Nach Destatis-Angaben ist die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland sowohl im Juni, als auch im Juli im Vergleich zum jeweiligen Vormonat gesunken. Der Wert gilt als wichtiger Frühindikator für die Entwicklung der Wirtschaft.

Trotz der geringen Fallzahlen waren im Mai ungewöhnliche viele Beschäftigte von der Pleite ihres Arbeitgebers betroffen, nämlich 265. In den Vormonaten waren es meist im Schnitt nur ein bis zwei Beschäftigte pro insolventem Betrieb gewesen. Ursache für den Anstieg dürften die Insolvenzverfahren von Betrieben der Hess-Gruppe gewesen sein. Auch die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger sind mit gut 150 Millionen Euro deutlich höher als in den Vormonaten.

Ursächlich für den Anstieg der Fallzahlen waren im Mai laut der Destatis-Auswertung tatsächlich die Branchenbereiche Teilehandel und Werkstatt, während die Zahlen im Fahrzeughandel sogar um drei Fälle auf 14 Betriebe sanken (-18 %). Dem stehen 10 insolvente Betriebe im Bereich der Kfz-Werkstätten (+3 Fälle/+43 %) und 5 Fälle bei den Lackierereien (+2 /+42 %) gegenüber. Im Teilehandel mussten 6 statt 4 Betriebe aufgeben (+50 %).

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