Automobil-Service-Ausrüstungen ASA-Verband zieht Bilanz seiner Jahresversammlung

Von Malika Matkarimova 3 min Lesedauer

Auf der ASA-Versammlung in Karlsruhe standen gleich mehrere Themen im Fokus: Vorstandswahlen und eine Satzungsänderung mit neuen Stimmrechten. Zugleich wurden Defizite der Kalibrierdatenbank sowie die Absatzstatistik thematisiert.

Vertreter der ASA-Mitgliedsunternehmen bei der Jahresmitgliederversammlung in Karlsruhe.(Bild:  ASA-Bundesverband)
Vertreter der ASA-Mitgliedsunternehmen bei der Jahresmitgliederversammlung in Karlsruhe.
(Bild: ASA-Bundesverband)

Der Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service-Ausrüstungen (ASA) hat auf seiner Jahresmitgliederversammlung am 24. Juni in Karlsruhe Personal- und Strukturentscheidungen getroffen. Von den derzeit 93 Mitgliedsunternehmen nahmen demnach 56 teil, wie jetzt aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Im Zentrum der Versammlung standen turnusgemäße Wahlen, die Vorstandsentlastung sowie eine vom Vorstand vorgeschlagene Satzungsänderung.

Die 45 stimmberechtigten ordentlichen Mitgliedsunternehmen haben ASA-Präsident Frank Beaujean und Vizepräsident Marco Kempin einstimmig für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Für Beaujean ist es die sechste, für Kempin die vierte Amtszeit. Zuvor hätten die Mitglieder nach dem Bericht der Rechnungsprüfer Kristina Kallmaier und Antonio Multari Vorstand und Geschäftsstelle einstimmig entlastet. Auch Beirat Andreas Weber wurde für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt. Zu Beginn der Versammlung hatte Beaujean das Ausscheiden von Vizepräsident Wolf-Erik Schmitt nach der Hälfte seiner Amtszeit bekannt gegeben, der sich nach eigenen Angaben neuen beruflichen Aufgaben zuwendet. Bis zur turnusgemäßen Neuwahl im Mai 2027 übernehmen Präsident und Vizepräsident Schmitts Aufgaben gemeinsam.

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Satzungsänderung erweitert Mitspracherechte

Mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitgliedsunternehmen beschloss die Versammlung folgende Modernisierung der Verbandssatzung:

  • Künftig sollen auch außerordentliche Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen Werkstattausrüstungsservice, Kalibrierung und Handel Stimmrecht in der Jahresmitgliederversammlung erhalten.
  • Bei Wahlen soll zudem eine Stimmgewichtung nach Umsatzgröße und Mitarbeiterzahl im Geschäftsfeld Werkstattausrüstung gelten.
  • Der Vorstand wird um vier gewählte Vertreter aus den Mitgliedsunternehmen erweitert – drei aus dem Kreis der ordentlichen Mitglieder (Hersteller und Importeure), einer aus dem Kreis der außerordentlichen Mitglieder.

Beaujean begründete die Reform mit dem Ziel, größere Hersteller und Importeure stärker in die Verbandsarbeit einzubinden. Die Erweiterung der Stimmrechte trage zudem dem Strukturwandel in der Werkstattausrüsterbranche Rechnung, so Beaujean. Die neuen Satzungsbestimmungen sollen nach Prüfung durch das zuständige Registergericht in Frankfurt am Main erstmals zur Jahresmitgliederversammlung 2027 angewendet werden.

Kritik an Datenqualität in Kalibrierdatenbank

In seinem Bericht äußerte sich Beaujean auch zur ASA-Kalibrierdatenbank, die für Kalibrierinformationen zu Prüfmitteln im Rahmen von HU, AU und SP von Herstellern, Kalibrierlaboren, Behörden und Prüfstellen genutzt wird. Rückmeldungen akkreditierter Kalibrierlabore hätten gezeigt, dass Einträge fehlten oder vorhandene Daten in der Praxis nicht immer belastbar seien – trotz gesetzlicher Verpflichtung zur vollständigen Datenpflege durch Hersteller und Importeure. Der Verband kündigte an, die Rückmeldungen der Kalibrierlabore strukturiert aufzunehmen und den internen Datenbestand zu überprüfen. Beaujean appellierte an die Mitgliedsunternehmen, Bestandsprüfgeräte vollständig und mit den erforderlichen Baumusterdaten einzupflegen.

Ähnliche Kritik äußerte Beaujean zur ASA-Absatzstatistik, die laut Verband für Interessenvertretung, Marktbeobachtung und politische Kommunikation von Bedeutung sei. Unvollständige, verspätete oder unplausible Meldungen minderten jedoch ihren Aussagewert. Der Verband kündigte eine Revision der Zahlen aus dem Jahr 2025 an. Harald Pfau, Leiter des ASA-Fachbereichs Digitales, soll demnach statistikrelevante Unternehmen gezielt ansprechen und individuelles Optimierungspotenzial bei der Datenqualität erörtern.

Präsident Beaujean stellte die Versammlung unter das Motto „Zukunft sichern, Strukturen schärfen, Verantwortung teilen“. Mit der zunehmenden Bedeutung des Verbands stiegen auch die Anforderungen an Governance, Facharbeit und Kommunikation, erklärte er. Satzungsänderung, Datenqualitätsoffensive und die Bestätigung der Verbandsspitze seien in diesem Sinne keine isolierten Maßnahmen, sondern Teile einer gemeinsamen Entwicklung. „Ein starker Verband entsteht nicht allein durch Beschlüsse, sondern durch die aktive Mitwirkung seiner Mitglieder. Wer Interessenvertretung erwartet, muss Verantwortung mittragen. Wer belastbare Daten nutzen will, muss belastbare Daten liefern“, sagte Beaujean abschließend.

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