Asiatische Newcomer erobern rückläufigen russischen Automarkt

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Auf dem russischen Markt tummeln sich viele in Westeuropa kaum bekannte Fabrikate. Während traditionsreiche Weltkonzerne wie Nissan Federn lassen, legen chinesische Autobauer kräftig zu. Allerdings sind ihre Stückzahlen noch gering.

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(Foto: Pixabay)

Der russische Automarkt hat im Jahr 2019 deutlich an Schwung verloren. Nach einer rasanten Aufwärtsentwicklung der Verkaufszahlen im Gesamtjahr 2018 um 13 Prozent sanken die Neuzulassungszahlen im zurückliegenden Jahr um 2,3 Prozent, wie die Vereinigung Europäischer Unternehmen in Russland (AEB) mitteilte.

Insgesamt lieferten die Händler und Hersteller im vergangenen Jahr in Russland 1.759.532 Neuwagen aus. Dabei hatte sich die Automobilkonjunktur im Jahresverlauf verschlechtert. Im ersten Quartal war der Absatz nur 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr im Minus gelegen. Im letzten Quartal summierte sich der Rückgang auf 3 Prozent.

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Für das laufende Jahr erwartet Jörg Schreiber, Vorsitzender des Arbeitskreises der Autobauer im AEB, keine grundsätzlichen Verbesserungen. Das Gesamtjahr 2020 werde ähnlich herausfordernd für den Automobilhandel, ist er überzeugt. Er prognostiziert ein Absatzvolumen von 1,72 Millionen Einheiten, was einen erneuten Rückgang der Verkaufszahlen um 2,1 Prozent entsprechen würde.

Die Entwicklung der Absatzzahlen trifft die einzelnen Marken höchst unterschiedlich. Marktführer Lada etwa konnte im Gesamtjahr 2019 den Absatz leicht auf 362.000 Einheiten erhöhen (+1,0 %). Auch Renault (+6 %) und Skoda (+9 %) sowie besonders die Premium-Importeure Mercedes (+11 %) und BMW (+17 %) legten kräftig zu. Dagegen rauschte der Absatz von Nissan – immerhin eines der zehn größten Fabrikate in Russland – um 20 Prozent in den Keller, Toyota verlor 5 Prozent.

Insgesamt erweist sich der russische Markt weiterhin als Spielwiese für im restlichen Europa eher unbekannte Marken. Neben den heimischen Fabrikaten UAZ (-6 %) und GAZ (+5 %) sind darunter einige asiatische Herteller. Haval aus China etwa verkaufte in Russland gut 12.000 Einheiten (+282 %), auch die Nissan-Billigmarke Datsun ist in Russland mit 22.500 Verkäufen erfolgreich (+9 %). Daneben sind beispielsweise Geely (9.600 Neuzulassungen/+186 %), Chery (6.400/+13 %) oder Changan (2.800/+86 %) auf dem russischen Markt präsent – wenn auch deren Marktanteil jeweils noch unter 0,5 Prozent liegt.

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