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Aston Martin DB 5: Ab Werk schusssicher und mit Maschinengewehr

| Autor: Steffen Dominsky

Kein Film, keine Fiktion, stattdessen nackte Tatsache: Der englische Autobauer legt den DB5 als Kleinserie neu auf. Das nagelneue James-Bond-Auto hat Maschinengewehr(-Attrappe), Schleudersitzluke und Nebelwerfer – und einen stolzen Preis.

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Keine Filmfiktion: Aston Martin baut erneut den DB 5 – inklusive sämtlicher James-Bond-Gimmicks.
Keine Filmfiktion: Aston Martin baut erneut den DB 5 – inklusive sämtlicher James-Bond-Gimmicks.
(Bild: Max Earey)

Wenn die Gegenwart grau bzw. problematisch erscheint, dann wirft man gerne einen Blick zurück in die Vergangenheit, die aus heutiger Sicht oftmals rosig erscheint. Diesen Ansatz verfolgt offenbar auch der englische Autobauer Aston Martin. Während die Briten mit Blick auf ihr aktuelles Sportwagenangebot und nicht zuletzt den tiefroten Zahlen „not amused“ sein können, dürfte das jüngste Klassik-Projekt den Insulanern sowie den zahlreichen Fans der Marke ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Und wer weiß, vielleicht trägt es ja auch zur finanziellen Gesundung des Fahrzeugherstellers bei.

Worum es geht? Vereinfacht ausgedrückt: um einen guten Bekannten, wahrscheinlich den bekanntesten aller Aston Martin, den DB 5. Denn der 1963 vorgestellte Sportwagen gelangte dank zahlreicher Auftritte in diversen James-Bond-Filmen zu medialer Berühmtheit wie kaum ein anderer Wagen – das sagenumwobene Batmobil erschien erst 1966 und damit zwei Jahre nach „Goldfinger“ bzw. ein Jahr nach „Feuerball“ (1965).

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So begeisterte der 2+2-Sitzer in den bekannten Agenten-Thrillern nicht nur mit seinen äußeren Werten, allen voran seinem Design, sondern verblüffte Kinogänger zur damaligen Zeit vor allem mit seinen technischen „Gadgets“. Entsprechend seiner Popularität erzielt der Wagen bei Verkäufen und Versteigerungen hohe Werte. Während man für einen „normalen“ DB 5 im guten Zustand mindestens eine halbe Million Euro auf den Tisch legen muss, werden für einen echten James-Bond-Wagen etliche Millionen fällig. So erzielt im vergangen Jahr ein „echter“ Film-DB 5 einen Verkaufs- bzw. Auktionspreis von stolzen sechs Millionen Euro.

Dagegen nimmt sich das, was Aston Martin aktuell seinen Fans anbietet, schon fast als Schnäppchen aus: einen nagelneuen DB 5 mit sämtlichen originalen Film-Gadgets. Den bekommen Interessenten nämlich bereits für „nur“ 3,1 Millionen Euro (plus Steuer). Denn 55 Jahre nachdem der letzte neue DB5 vom Fließband in Aston Martins damaliger Produktionsstätte in Newport Pagnell, Buckinghamshire, rollte, wird dort an einer streng limitierten Anzahl neuer DB5-Modelle gearbeitet. Das besondere an dieser Neuauflage eines Aston Martins: Die auf 25 Exemplare begrenzte Serie neuer alter DB 5 produzieren die Engländer nicht entsprechend der damaligen Serie, im Gegenteil.

Serienmäßig mit Agenten-Extras

Denn die in Zusammenarbeit mit dem Bond-Filmemacher EON Productions entstehenden DB 5 tragen den Zusatz „Goldfinger Continuation“. Mit anderen Worten: Sie sind genau mit den Arbeitsgeräten ausgestattet, mit denen ihre historischen Vorbilder auch in den Filmen der Sechzigerjahre glänzten. Die neuen Wagen verfügen über eine Reihe von funktionierenden Geräten, die von Chris Corbould OBE, dem Bond-Film-Spezialeffekt-Supervisor, entwickelt wurden. Dazu gehören:

  • Nebelschleier-Abgabesystem an der Rückseite
  • hinteres simuliertes Ölschlick-Abgabesystem
  • drehbare Nummernschilder vorne und hinten (Dreifachschilder)
  • simulierte Doppelfrontmaschinengewehre
  • durchschusshemmende hintere Abschirmung
  • Rammböcke vorne und hinten
  • simulierter Reifenschlitzer
  • abnehmbare Dachverkleidung des Beifahrersitzes (optionale Ausrüstung)
  • simulierte Radarschirm-Tracker-Karte
  • Telefon in der Fahrertür
  • Schaltknopf für Getriebeknauf
  • auf Armlehne und Mittelkonsole montierte Schaltgeräte
  • unter dem Sitz verborgene Waffen-/Aufbewahrungsschale
  • Fernbedienung für die Aktivierung von Gadgets

Darüber hinaus hat Aston Martin den 25 neuen Wagen auch ein paar fahrzeugtechnische Modifikationen angedeihen lassen. So verfügt die Bremsanlage nun über eine Servounterstützung (anders als die Zahnstangenlenkung), und die Vorderachse kommt mit Gewinde-Schraubenfeder- und Dämpfereinheiten samt Stabilisator daher.

Den Preis für eines seiner Kultauto-Repliken gibt der Autobauer von der Insel mit 2,75 Millionen englischer Pfund an, was besagten rund 3,1 Millionen Euro entspricht. Ach so, einen Schönheitsfehler hat der zeitgenössische Nachbau: Sein Besitzer kann den Wagen leider nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zulassen. Aber das dürfte einen echten Bond-Fan kaum stören – der fand bekanntlich auch in so manch aussichtsloser Situation noch eine Lösung.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group, Vogel Business Media GmbH & Co. KG