ASX: Mitsubishis kleiner Outlander
Mit dem ASX bietet Mitsubishi nun einen Crossover unterhalb des Outlander an – mit neuem Diesel, wahlweise Allradantrieb, ordentlicher Ausstattung und einem günstigen Basispreis.
„Reiner Zufall“, sagt Martin van Vugt, Geschäftsführer von Mitsubishi Deutschland. Reiner Zufall, dass die Japaner für den neuen SUV Mitsubishi ASX mit 17.990 Euro exakt den gleichen Basispreis aufrufen wie Škoda für den Yeti. Zufall oder nicht – die Preisgestaltung zeigt zumindest sehr deutlich, dass Mitsubishi auf die gleiche Klientel zielt, die sich bislang für den Yeti interessiert hat. Offiziell nennt Mitsubishi allerdings lieber einen Konkurrenten aus der Heimat als Benchmark: den Nissan Qashqai.
Hinter dem wuchtigen Mitsubishi-Frontgrill steckt beim ASX im Grunde eine abgespeckte Version des Erfolgsmodells Outlander – rund 70 Prozent der verbauten Komponenten sind gleich. Wer nicht genau hinschaut, der dürfte Probleme haben, die beiden nicht zu verwechseln. Die Frontscheinwerfer des Outlander sind etwas schmaler geschnitten, die Frontschürze mit den integrierten Nebelleuchten ist nicht wie beim ASX in schwarzem Kunststoff abgesetzt. Mit 2.670 Millimetern hat der ASX zwar den gleichen Radstand, ist aber insgesamt 34 Zentimeter kürzer und bringt es auf eine Gesamtlänge von 4.295 Millimetern. Auch das passt wieder fast perfekt: Der Yeti kommt auf 4.223, der Qashqai auf 4.330 Millimeter.
Egal, ob Absicht oder Zufall: Der im japanischen Okazaki gebaute ASX kann in seiner Klasse durchaus als eigenständiges Modell überzeugen. Er bringt von Haus aus alles mit, was einen Crossover ausmacht: eine bullige Optik, die Sicherheit suggeriert, eine hohe Sitzposition mit bestem Ausblick auf den Verkehr, einen bequemen Ein- und Ausstieg, viel Kopffreiheit auf allen Plätzen, ein großzügiges Raumgefühl, ein bequem zu beladender, großer Kofferraum – und bei Bedarf und gegen Aufpreis auch Allradantrieb.
Ordentliche Verarbeitung, einfache Bedienung
Innen birgt der ASX keine Geheimnisse. Das Lenkrad lässt sich in Tiefe und Neigung verstellen, die Armaturen sind klar und übersichtlich, Schalter und Knöpfe beschränken sich auf das Wesentliche. Die Verarbeitung macht einen ordentlichen Eindruck, die verwendeten Materialien sind dem Kaufpreis angemessen. Eine USB-Steckdose sitzt in der Ablage auf der Mittelkonsole.
Kritik gibt es allenfalls für die Kopfstützen hinten, die sich nicht weit genug herausziehen lassen und daran, dass es im ASX nicht gerade viel Stauraum gibt. Die Sitze sind auch für größere Personen weit genug nach hinten verschiebbar, in der zweiten Reihe gibt es genügend Knie- und Kopffreiheit. Die Rückbank ist asymmetrisch teilbar. Auf wie viel Liter sich der im Normalfall 416 Liter fassende Kofferraum erweitern lässt, behält Mitsubishi noch für sich. Praktisch: Unter dem normalen Laderaumboden gibt es noch ein ausgeformtes Fach für diversen Kleinkram.
Ein eigener Diesel von Mitsubishi
Zum Marktstart im September bietet Mitsubishi den ASX mit zwei Motoren an – einem 1,6-Liter-Benziner und einem konzernintern zusammen mit Mitsubishi Heavy Industries entwickelten neuen Diesel-Aggregat. Offenbar will und muss der japanische Hersteller den bislang verwendeten VW-Motor mit Pumpe-Düse-Einspritzung langsam ausmustern.
Der 110 kW/150 PS starke Common-Rail-Selbstzünder macht einen guten ersten Eindruck. Akustisch hält er sich angenehm zurück. Beim Fahren selbst kommt er schnell in die Puschen und mit einem maximalen Drehmoment von 300 Newtonmetern sorgt er für angemessene Beschleunigungs- und Fahrwerte. Der Fronttriebler mit seinen 1,45 Tonnen Leergewicht kommt laut Werksangaben binnen 9,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Innenstadt oder Autobahn - man fühlt sich nie untermotorisiert.
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