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Audi-Vertriebschefin: SUVs und Ökologie sind „kein Widerspruch“

| Autor: Christoph Seyerlein

SUVs führen ein Doppelleben: Ihr Marktanteil steigt ständig, der Widerstand gegen sie aber auch. Wie reagiert man als Automobilhersteller darauf? Audi-Vertriebschefin Hildegard Wortmann hat eine klare Meinung dazu.

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(Bild: Audi)

Am SUV scheiden sich die Geister. Autokäufer lieben sie, Umweltaktivisten verabscheuen sie. Sowohl der Marktanteil der SUVs als auch der Widerstand gegen die Hochbeiner wächst zunehmend. Doch wie reagiert man als Automobilhersteller auf jene gegenläufigen Strömungen? Eine klare Antwort darauf gab Audi-Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann im PR-Interview mit der Presseabteilung des Volkswagenkonzerns.

„Die Wünsche unserer Kunden stehen für uns an oberster Stelle. Und da stellen wir fest: Der Trend zu den SUVs ist ungebrochen“, erklärte Wortmann darin. Rund 40 Prozent aller weltweit neu zugelassenen Audi-Modelle sind aktuell ein SUV. Vor einem Jahr lag jener Wert noch bei 37 Prozent.

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Den SUV-Gegnern will Wortmann mit der eigenen Modellstrategie den Wind aus den Segeln nehmen. „Wir zeigen mit unserem ersten vollelektrischen Serienmodell, dem Audi E-Tron, dass ökologisches Bewusstsein und SUVs aus unserer Sicht nicht im Widerspruch stehen“, so die Managerin. Man habe sich bewusst dafür entschieden, das erste reine Elektroauto der Marke in jenes Segment zu schieben.

Laut einer Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) haben SUVs und Ökologie aktuell aber definitiv wenig gemeinsam. Der Untersuchung zufolge übersteigt der Energieverbrauch eines SUVs den eines mittelgroßen Pkw um rund 25 Prozent. Die CO2-Emissionen der Hochbeiner seien seit 2010 um 0,55 Gigatonnen auf rund 0,7 Gigatonnen angestiegen. Lediglich der Ausstoß des Energiesektors habe einen höheren Beitrag zum Anstieg der weltweiten CO2-Emissionen in diesem Zeitraum geleistet. SUVs lassen den Berichten zufolge die Schwerindustrie, Lkw, Luft- und Schifffahrt hinter sich.

Nichtsdestotrotz will Wortmann die Strategie fortführen. „Unsere Elektrifizierungs- und Nachhaltigkeits-Strategie verfolgen wir konsequent weiter. Dazu zählen weitere elektrifizierte SUV-Modelle: Zum Beispiel der Audi E-Tron Sportback, der im November auf der LA Motor Show Weltpremiere feierte oder der Audi Q4 E-Tron.“ Serienreif ist allerdings noch keines dieser Modelle. In dem Zusammenhang verwies die 53-Jährige darauf, dass man mit dem Q2 L E-Tron in China ein E-SUV am Markt und mit dem Q5 auch einen Plug-in-Hybrid im Portfolio habe.

E-Modelle bringen bislang kein Volumen

Klar ist aber auch: Für das ganz große Volumen sorgen jene Modelle bislang nicht. In Deutschland hat Audi beispielsweise vom E-Tron im laufenden Jahr (per November) bislang 3.396 Einheiten zugelassen. Das entspricht einem Anteil von knapp 1,4 Prozent an den bis dato insgesamt 249.605 Neuzulassungen der Marke in Deutschland. Vom Q5 Plug-in-Hybrid waren es bis Ende November gerade einmal 730 Neuzulassungen hierzulande.

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