Chinesische Fabrikate Auf dem Weg nach Europa

Autor: Andreas Wehner

Bislang sind nur wenige chinesische Autos auf den deutschen und europäischen Straßen unterwegs. Doch die Zahl der Fabrikate, die den Marktstart wagen wollen, wächst. Einige setzen dabei auf den klassischen Autohandel als Partner, andere wiederum probieren auch neue, teils ungewöhnliche Vertriebskonzepte aus.

(Bild: MG)

Mit roten Schleifen geschmückt stehen Hunderte Autos aufgereiht am Pier im Hafen von Shanghai. Durch ein Tor mit der Aufschrift „Europe“ rollen sie aufs Schiff, an der Windschutzscheibe kleben die europäische und die chinesische Flagge. Es sind die ersten Exemplare des Elektro-SUVs MG ZS EV und des Plug-in-Hybrids EHS, die der chinesische Autobauer SAIC auf seiner neuen, eigens eingerichteten Frachtroute mithilfe eigener Schiffe nach Europa bringt. 100.000 Autos will das Unternehmen bis 2025 auf dem europäischen Markt verkaufen, schreibt die Europa-Tochter des Herstellers in ihrem News-Blog – und ein Teil davon soll auch nach Deutschland gehen.

Das sind keine riesigen Stückzahlen. Zum Vergleich: Die Hyundai-Gruppe verkaufte im vergangenen Jahr europaweit knapp 1,1 Millionen Autos ihrer beiden Marken Hyundai und Kia. Sie erreichte damit einen Marktanteil von 6,7 Prozent. Aber mit SAIC engagiert sich – anders als bei den bisherigen Versuchen, chinesische Autos in Europa zu etablieren – nicht irgendein kleiner Hersteller oder findiger europäischer Geschäftsmann, sondern Chinas größter Autohersteller höchstselbst. Und es ist ihm ernst damit.

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Redakteur Newsdesk Automotive