Auf Tour mit dem Willys MB

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Überhaupt der Vierzylinder. Er holt 44 kW/60 PS aus 2,2 Litern Hubraum, das ist eine spezifische Leistung, die sich in den Vierzigern durchaus sehen lassen konnte. Wenn man ihn fordert, wummert er vernehmlich – bleibt aber mechanisch erstaunlich laufruhig.

Sowieso fährt sich der Jeep-Vorgänger frappierend modern und zickt auch nicht in zügig gefahrenen Kurven. Gut, man muss natürlich den zeitlichen Kontext und die Verhältnisse berücksichtigen. Etwas mehr Beachtung verdienen die Bremsen. Ohne Servounterstützung und mit Trommeln an allen vier Rädern ist Ablenkung nicht empfehlenswert. Selbst bei vollem Körpereinsatz blockieren die schmalen Grobstoller nicht, und beim Ausweichen verhält sich der Ami ganz schön träge: Landschaft freizügig genießen also bitte nur als Beifahrer.

Waschechter Kraxler

Der darf sich auch mal einen ausgiebigen Blick auf die zahlreichen Rundskalen gönnen: Da wären neben der Geschwindigkeit auch noch Öldruckmesser, Voltmeter und Wassertemperatur. Letztere muss kaum beachtet werden, der Willys ist robust und wird nicht zu heiß. Auffällig auch die beiden weiteren Hebel neben der Gangschaltung. Geländeuntersetzung und mechanische Differenzialsperre machen ihn zu einem waschechten Kraxler.

Doch das probieren wir nicht aus, das ist besser für Fahrwerk und Kupplung. Und wie ergeht es dem werten Befinden nach einigen hundert Kilometern ohne Heizung, aber dafür mit der vollen Ladung Frischluft? Man wird immerhin weniger durchgerüttelt als angenommen, die archaisch anmutenden Blattfedern verrichten ihren Job nämlich tadellos. Das dürre Speichenlenkrad lässt sich verhältnismäßig leicht drehen, Schwerstarbeit sieht in der Tat anders aus. Die stets mitfahrende Schaufel wurde auf den asphaltierten Straßen nicht gebraucht. Ein paar Frostaufbrüche waren die größten Hindernisse.

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Andererseits: So groß die Faszination auch sein mag, die vom Jeep-Urahn Willys MB ausgeht. Nach so langer Strecke möchte man in ein anderes Auto umsteigen. Vor der nächsten Rallye also bitte noch einmal auf Fahrzeugsuche gehen. Wie wäre es mit einem Wagoneer, um bei der Marke zu bleiben? Der hat als Spitzenversion standesgemäße acht Töpfe unter der Haube, vermittelt amerikanische Fahrkultur und ist ein waschechter Jeep. Doch um Geschichte zu verstehen, sollte man sie am besten erfahren. Und diese Tour mit dem Ami-Vierzylinder hat Spaß gemacht.

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