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Ausbau der Ladeinfrastruktur geht im Schneckentempo voran

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Allgemein gilt eine engmaschige Ladeinfrastruktur als entscheidendes Element für den Durchbruch der E-Mobilität. Die Bundesregierung hat daher ein ehrgeiziges Ziel für den Aufbau von Ladestationen. Doch das scheint in der Praxis komplett unrealistisch zu sein.

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Der Ausbau der Ladeinfrastruktur müsste Fahrt aufnehmen, damit eine Million Ladestellen im Jahr 2030 bestehen.
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur müsste Fahrt aufnehmen, damit eine Million Ladestellen im Jahr 2030 bestehen.
(Bild: sp-x)

Der Weg zum Elektrowunderland ist lang und voller Hürden, vor allem in Sachen Infrastruktur. Das zeigt nicht zuletzt ein Blick auf die Vorgabe der Bundesregierung zu den Ladesäulen. Eine Million Stationen sollen es bis 2030 sein. Doch dafür müssten täglich 244 der Ladepunkte ans Netz gehen. So viele werden derzeit allerdings im Monat errichtet, wie aus einer Berechnung der FDP-Bundestagsfraktion hervorgeht. Sprich die Geschwindigkeit für Genehmigung, Anschluss und Aktivierung der Ladestationen müsste sich verdreißigfachen.

Immer wieder machen Erfolgsmeldungen die Runde, dass die Zahl der E-Auto-Ladestationen wächst. Doch eben längst nicht schnell genug. Rund 24.000 öffentliche E-Auto-Ladepunkte gibt es aktuell in Deutschland. Der bislang erfolgreichste Monat in der Schaffung von E-Auto-Infrastruktur war der November 2018. Damals nahmen 488 Stationen den Betrieb auf. Im vergangenen Jahr wurde die Bestmarke nicht ansatzweise erreicht, wie aus Daten der Bundesregierung hervorgeht. Demnach war der stärkste Monat der März mit 313 Stationen. Im Schnitt nahmen monatlich knapp 270 Stationen den Betrieb auf.

Die von der Bundesregierung angekündigten eine Million Ladestationen bis 2030 sind in diesem Tempo nicht zu erreichen. Dabei fördert die Bundesregierung den Bau mit bis zu 3.000 Euro pro Normalladepunkt. Für Schnellladepunkte bis 100 kW sind es 12.000 Euro, noch schnellere Lader werden mit bis zu 30.000 Euro bezuschusst. Das entspricht jeweils 60 Prozent der Gerätekosten. Zudem gibt es eine Förderung für den Netzanschluss von bis zu 50.000 Euro.

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