„Auto-Bild“-Reifentest: Die Chinesen holen auf

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Goodride, Delinte, Sonar: Nie gehört? Der Reifentest von „Auto-Bild Allrad“ zeigt, dass manche chinesische Reifenmarken bereits recht gute Leistungen zeigen.

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Note „Befriedigend“ im Reifentest von „Auto-Bild Allrad“: Sonar SX-9.
Note „Befriedigend“ im Reifentest von „Auto-Bild Allrad“: Sonar SX-9.
(Foto: Sonar)

Billiges muss nicht schlecht sein: Das zeigt ein aktueller Test der Zeitschrift „Auto-Bild Allrad“ in der Ausgabe 6/2015. Die Redakteure haben zehn der billigsten Sommerreifen in der Dimension 235/55 R 17, einer typischen Reifengröße für kompakte Allradler, einem Test unterzogen. Das Ergebnis: Einige der Produkte mit den blumigen Namen haben mittlerweile deutlich an Qualität gewonnen.

„Man kann die Billigreifen heute nicht mehr über einen Kamm scheren. Manche fahren sich ordentlich, manche unterirdisch. Die asiatischen Hersteller haben schwer aufgeholt und liefern zum Teil erstaunlich gute Resultate ab“, sagt „Auto-Bild-Allrad“-Redakteur Henning Klipp. „Und das zu Preisen von weniger als der Hälfte der europäischen Markenelite.“

Nachholbedarf gibt es bei vielen Modellen jedoch immer noch bei den Bremswegen, insbesondere auf nasser Fahrbahn. Die Billigreifen hatten im Test einen bis zu 12,6 Meter längeren Bremsweg auf Nässe bei Tempo 100 km/h als der mitgetestete Markenreifen Continental Crosscontact UHP. „Vier von zehn Reifen asiatischer Hersteller bremsten im Test auf nicht akzeptablem Niveau: Syron, Evergreen, Federak und vor allem der Sailun“, erläutert Klipp.

Bester Billigreifen im Test wurde der SA-37 Sport von Goodride, der vor allem durch sicheres Verhalten bei Aquaplaning punkten konnte und bessere Werte erzielte als der Markenreifen. Die beste Nässehaftung im Reifen-Check bot der Delinte D7. Auch für die gute Richtungsstabilität und die sehr leisen Fahrgeräusche verzeichnet das Produkt ordentliche Resultate.

Zwei Mal „mangelhaft“ gab es auch

Die Resultate des „Auto-Bild“-Reifentests im Überblick (Zum Vergrößern bitte klicken).
Die Resultate des „Auto-Bild“-Reifentests im Überblick (Zum Vergrößern bitte klicken).
(Foto: Auto Bild)

Schlusslicht war der Reifen von Sailun. Er fiel durch schlechten Grip auch bei Trockenheit, mangelnde Seitenführung und gefährliche Lastwechselreaktionen bei den Testern mit der Note „mangelhaft“ durch. „Der Sailun Terramax CVR brachte sogar das bekannt gute ESP des VW Tiguan an den Rand der Verzweiflung“, sagt Klipp. Die gleiche Note erhielt der Federal Couragia XUV. Als nicht empfehlenswert wurden außerdem der Syron Cross 1 und Evergreen EH 23 eingestuft.

Allerdings haben die Tester die aufwendig zu ermittelnde Laufleistung der Reifen nicht bewertet. Diese steht in der Reifenentwicklung in einem Zielkonflikt zu den Punkten Haftung und Rollwiderstand. Und es sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass sich zu Preisen, die nur unwesentlich über denen der No-Name-Produkte liegen, Reifen aus den Quality- und Budget-Programmen der großen Markenanbieter finden lassen, wie Fulda (Goodyear Dunlop), Firestone (Bridgestone) oder Semperit und Uniroyal (Conti).

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