Autobanken: Unterstützung in der Corona-Krise

Autor: Joachim von Maltzan

Neben dem Staat und den Geschäftsbanken sind auch die Autobanken gefordert, ihre Partner in der Krise zu unterstützen. »kfz-betrieb« hat nachgefragt, mit welchen Maßnahmen sie dem Handel unter die Arme greifen..

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In Zeiten der Corona-Krise sind die Händler dringend auf die Unterstützung der Banken angewiesen.
In Zeiten der Corona-Krise sind die Händler dringend auf die Unterstützung der Banken angewiesen.
(Bild: © Ahmet Aglamaz - stock.adobe.com)

Nur wenige Händler werden es schaffen, die Corona-Krise ohne Hilfe des Staates und der Banken zu überleben. Die Bundesregierung und die Bundesländer haben zahlreiche Förder- und Darlehensprogramme ins Leben gerufen. Sie sollen dafür sorgen, dass die Unternehmen über genügend Liquidität verfügen, um die aktuelle Krise durchzustehen und anschließend wieder starten zu können. Neben der staatseigenen KfW sind nun die Geschäftsbanken gefordert, die freigegebenen Gelder in die Wirtschaft zu pumpen.

Im Automobilhandel spielen aber auch die markengebundenen und die freien Autobanken eine wesentliche Rolle. Auch sie müssen ihren Teil dazu beitragen, dass das Kfz-Gewerbe die Krise überdauern kann. Auf Anfrage von »kfz-betrieb« teilten die meisten Autobanken mit, dass sie im engen Schulterschluss mit Herstellern und Händlerverbänden notwendige Maßnahmen treffen würden, um den Handel zu unterstützen, diese aber nicht im Einzelnen kommunizieren wollen. Einige wenige Institute waren bereit mitzuteilen, wie sie ihren Partnern konkret zur Seite stehen:

Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (BDK): „In der aktuellen, für das Kfz-Gewerbe äußerst schwierigen Situation, ist der Schutz der Liquidität der Betriebe von höchster Bedeutung. Unsere Handelspartner unterstützen wir, indem wir laufende Tilgungen in der Einkaufsfinanzierung für drei Monate aussetzen.“

Consors Finanz: „Uns ist es sehr wichtig, im permanenten Austausch mit den Händlern zu bleiben, um diese bei Bedarf mit notwendigen Hilfestellungen zu unterstützen. Sollten unsere Partner beispielsweise in der aktuellen Situation in eine finanzielle Notlage geraten, helfen wir mit einer dreimonatigen Tilgungsaussetzung in der Händlereinkaufsfinanzierung. Für finanziell schwächer aufgestellte Händler halten wir dennoch die bisherige Kreditlinie bei der Händlereinkaufsfinanzierung aufrecht. Für unsere Kunden, die auf Grund der Corona-Krise von Einkommenseinbußen betroffen sind, bieten wir individuelle Lösungen an.“

Honda-Bank: „Wir unterstützen die Händler mit einer Aussetzung der Abschlagszahlungen für 12 Wochen sowie mit einer verlängerten Zinsfreiheit für die finanzierten Fahrzeuge. Um die Liquidität der Partner zu sichern, sind wir in Kommunikation mit jedem einzelnen Partner, um diesen in der jeweiligen individuellen Situation bestmöglich zu unterstützen.“

MKG-Bank: „Für unsere Endkunden nehmen wir unbürokratisch individuelle Ratenanpassungen und -aussetzungen vor. Um die Liquidität unserer Handelspartner zu erhalten und sie in dieser Zeit bestmöglich zu unterstützen, haben wir in enger Abstimmung mit dem Importeur die Zahlungskonditionen in der Händler-Einkaufsfinanzierung angepasst:

  • Verlängerung der zinsfreien Zeit auf 180 Tage,
  • auf Anfrage Verlängerung der Endfälligkeit noch nicht verkaufter Fahrzeuge,
  • Verschiebung der Termine für die Abschlagszahlungen auf Anfrage um 90 Tage und
  • Erweiterung des Zahlungstermins für auf Kunden bestellte Fahrzeuge auf 90 Tage.“

Santander: „Als Soforthilfe haben wir für unsere Kfz-Handelspartner eine pauschale Tilgungsaussetzung von 90 Tagen in der Einkaufsfinanzierung sowie die Verlängerung der bestehenden Leasingverträge um drei Monate veranlasst. Die Tilgungsaussetzung hat das Ziel, die Liquidität im Handel zu sichern. Wir helfen beim Erhalt und gleichzeitig der Förderung von Liquidität, in dem wir unsere Partner aktiv bei ihren Finanzierungsgeschäften unterstützen und eine schnelle Abrechnung und Auszahlung gewährleisten.“

Targobank: „Wir haben schon früh damit begonnen, konkrete Unterstützung anzubieten, beispielsweise durch eine Absatzfinanzierung ohne Zulassung auf den Käufer. Das bedeutet, dass solange eine Zulassung aufgrund geschlossener Zulassungsstellen nicht möglich ist, die Händler Finanzierungen auch ohne Zulassung zur Abrechnung einreichen können. Oder dass finanzierungsinteressierte Kfz-Käufer, die die Geschäftsräume aufgrund der aktuellen Einschränkungen nicht mehr betreten können, die Möglichkeiten zum Finanzierungsabschluss im Rahmen des Fernabsatzes bekommen.“

Volkswagen Financial Services: „Gemeinsam mit den Marken des Volkswagen Konzerns haben wir diverse liquiditätssichernde Maßnahmen entwickelt und stellen Überbrückungsfinanzierungen schnell und unbürokratisch zur Verfügung. Das Paket sieht umfassende und schnell wirkende Maßnahmen vor. Volkswagen hat das Zahlungsziel für alle Neufahrzeuglieferungen und Fahrzeuge im Bestand, die bereits ausgeliefert wurden und noch nicht finanziert sind, um 120 Tage erhöht. Darüber hinaus wird die Laufzeit befristeter Krediterhöhungen von derzeit 90 auf bis zu 270 Tage ausgeweitet. Ratenpläne des Handels für Abschlagszahlungen von Neu- und Gebrauchtwagen können bis zu 270 Tage ausgesetzt werden. Eine Ratenstundung für Zins und Tilgung für bankeigene Darlehen der Händler bei der Volkswagen Bank ist für bis zu 270 Tage möglich. Voraussetzung ist die nachgewiesene Inanspruchnahme staatlicher Unterstützungsmaßnahmen, sofern verfügbar.“

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Über den Autor

 Joachim von Maltzan

Joachim von Maltzan

Leiter Ressort Management & Handel