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Für Thomas Härterich ist das eigene, im Haus vorhandene Adresspotenzial ein weiterer wichtiger Baustein seines Erfolgs. Penibel genau bearbeitet die Mannschaft sämtliche Listen, die sie von den Banken und Leasinggesellschaften über die auslaufenden Verträge erhält. Schließlich bieten diese viel Potenzial für Neuabschlüsse. Das ist natürlich Standard im Kfz-Gewerbe. Aber die Härterichs gehen noch einen Schritt weiter. Sie haben gezielt das Adressmaterial von 2009 aus der Umweltprämie bearbeitet. Die Menschen, die damals Neuwagen kauften, waren mehrheitlich keine klassischen Kunden eines Markenautohauses. Als Besitzer von häufig sehr alten Fahrzeugen waren sie zumeist Kunden anderer Werkstätten. Die Gefahr, dass diese Autofahrer dem vermeintlich teuren Fabrikatshandel schnell wieder den Rücken kehrten, war groß. Aber durch intensive Betreuung schaffte es das Team des Autohauses Koch, einen erheblichen Teil der damaligen Käufer im Hause zu halten und zu Folgekäufen zu animieren.
Überhaupt spielt die Bearbeitung des vorhandenen Datenmaterials im Autohaus eine sehr große Rolle. „Gerade die vernachlässigten Adressen, die in jedem Betrieb vorhanden sind, sind für uns ganz wichtig. Das sind schließlich Kunden, die schon einmal in unserem Betrieb waren, und keine Neukunden, die wir erst mühsam akquirieren müssen“, erläutert er. Um diese Kunden zurückzugewinnen und betreuen zu können, unterhält das Autohaus Koch ein eigenes Callcenter. Drei Mitarbeiterinnen gehen systematisch den gesamten Bestand durch und sorgen dafür, dass auch vermeintlich verloren gegangene Kunden und Interessenten wieder in den Betrieb kommen.
Die Unternehmerfamilie will mit den Menschen in der Region immer wieder in Kontakt kommen. Neben den klassischen Marketingaktionen hält Thomas Härterich die direkte Ansprache außerhalb seines Unternehmens für entscheidend. So geht er beispielsweise in die örtlichen Schulen und hält dort Vorträge. Dabei stehen neben der Vorstellung von Autoberufen und technischen Themen rund um das Kfz-Gewerbe auch betriebswirtschaftliche Fragen im Vordergrund. Damit hat er gleichzeitig die Kunden sowie die Auszubildenden und Mitarbeiter von morgen im Visier. Schließlich muss er als Arbeitgeber die demografische Entwicklung im Auge behalten. Zudem konkurriert er in der Region mit Großunternehmen wie der Bausparkasse Wüstenrot und muss täglich neu beweisen, was für ein attraktiver Arbeitgeber das Autohaus Koch ist.
Zufriedenheit des Teams
Dementsprechend große Bedeutung hat für das Management die Zufriedenheit des eigenen Teams. Die Mitarbeiter müssen natürlich Leistung bringen und werden dafür ordentlich bezahlt. Darüber hinaus wollen die Unternehmer noch genauer wissen, wie es um die Befindlichkeit der eigenen Mannschaft steht. Anonyme Mitarbeiterbefragungen, die externe Fachleute regelmäßig im Auftrag der Inhaberfamilie durchführen, geben Einblick in die Stimmungslage und ermöglichen bei Bedarf frühzeitiges Gegensteuern. Entsprechend gering ist die Fluktuation im Betrieb. Und wenn doch einmal ein Mitarbeiter kündigt, um in anderes Unternehmen zu wechseln, kommt es immer wieder vor, dass er gerne zurückkommt.
Ähnlich konsequent hat Thomas Härterich die Weichen für die Zukunft gestellt. Seine Söhne haben sich gezielt auf die Übernahme der Verantwortung vorbereitet. Um schon im Vorfeld mögliche Reibereien zu vermeiden, hat er für sie getrennte Betriebs- sowie eigene Besitzgesellschaften vorbereitet.
Seine Maxime gibt er ihnen weiter: „Qualität nach innen und nach außen – das ist unsere Richtschnur“, betont der Senior. Damit meint er den ganzheitlichen Ansatz seines Autohauses: Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit sowie Engagement in der Region und für die Region. Das sind für Thomas Härterich die wesentlichen Merkmale des Erfolgs.
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