Insgesamt hat Schinner einen Servicemarktanteil am Standort von 55 Prozent. Bei den über 7-jährigen Fahrzeugen liegt das Autohaus bei sehr guten 37 Prozent. Durch die langfristigen Kundenbindungsmaßnahmen ist es dem Schinner-Team gelungen, den Anteil der über 8-jährigen Autos am gesamten Serviceumsatz von ehemals 3,2 Prozent auf aktuell 21,6 Prozent auszubauen.
Was das Weimarer Autohaus zudem auszeichnet, ist eine hohe Effizienz im Verkauf über die Automatisierung einer Vielzahl von Abläufen. Grundlage dafür ist ein eigenentwickeltes IT-Kernsystem, das auf die DMS „Carlo“ aufgesetzt wurde. 2000 hat Matthias Schinner eigens hierfür einen Programmierer angestellt, der eine Software entwickelt hat, die prozessorientiert alle Kundenabläufe erfasst, analysiert und zugeschnitten auf die jeweilige Benutzerrolle optimal darstellt. Das System ist mit allen anderen IT-Werkzeugen des Hauses vernetzt und auf effiziente Nutzung getrimmt – alle wichtigen Kundendaten sollen mit sehr wenigen Klicks erreichbar sein. So muss für das Angebot einer Inzahlungnahme die Maustaste nicht öfter als fünf Mal gedrückt werden.
Allerdings ist die Informationsfülle auf den einzelnen Masken der Software so dicht, dass das Programm alles andere als benutzerfreundlich wirkt. Was laut Matthias Schinner durchaus gewollt ist. „Die Kunden schauen mit auf den Schirm und sollen da auf den ersten Blick nicht so viel erkennen können.“ Hier stößt das Transparenz-Gebot also ausnahmsweise an seine Grenzen.
Insgesamt sorgt das System mit seinem minimalen Pflegeaufwand und der auf Schnelligkeit ausgerichteten Bedienarchitektur bei fachlich kundigen Besuchern des Autohauses für Aufsehen. So interessiert sich unter anderem Opel für das Programm und hat Schinner in einen Arbeitskreis eingeladen, der sich mit der Weiterentwicklung des Verkäuferarbeitsplatzprogramms des Herstellers befasst.
Besonders spannend fanden die Außendienstler der Marke mit dem Blitz vermutlich die Anbindung einer Excel-basierten Anwendung an das Schinner-System, mit dem die vielfältigen Konditionen der Rüsselsheimer Verkaufsprogramme in die Angebotserstellung eingebunden werden. Wo die allermeisten Opel-Verkäufer in der entsprechenden Papierdokumentation hin- und herblättern müssen, um schließlich – hoffentlich korrekt – zu ihrem Endpreis für das jeweilige Wunschfahrzeug zu gelangen, bestimmen die Schinner-Verkäufer am Bildschirm maximal noch den ein oder anderen benötigten Parameter – den Rest der Preisberechnung erledigt das System. Eine vergleichbare automatisierte Unterstützung strebt der Opel-Vertrieb bereits seit vielen Jahren an. Zumindest wurde den Partnern noch für dieses Jahr eine Teillösung in Aussicht gestellt.
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