Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein Autohersteller erschweren Reparierbarkeit

Von Doris S. Pfaff 1 min Lesedauer

Das Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein übt Kritik an den Autoherstellern. Durch neue Fertigkeitstechnologien werden Fahrzeugreparaturen zunehmend erschwert, was der Forderung nach mehr Nachhaltigkeit widerspricht.

Kfz-Werkstätten werden es schwerer haben, an Ersatzteile zu kommen. Neue Fertigkeitstechnologien der Autohersteller gefährden aus Sicht des Kfz-Gewerbes die Reparierbarkeit von Fahrzeugen.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Kfz-Werkstätten werden es schwerer haben, an Ersatzteile zu kommen. Neue Fertigkeitstechnologien der Autohersteller gefährden aus Sicht des Kfz-Gewerbes die Reparierbarkeit von Fahrzeugen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die Forderung nach mehr Nachhaltigkeit in der Fahrzeugreparatur steht zunehmend im Spannungsfeld mit aktuellen Entwicklungen in der Fahrzeugtechnik. Darauf weist das Kfz-Gewerbe mit Blick auf den verstärkten Einsatz sogenannter „Green Parts“ hin, wie er zuletzt auch auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar diskutiert wurde.

Nach Einschätzung von Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des Landesverbandes Schleswig-Holstein, geraten insbesondere moderne Steuergeräte in den Fokus. Diese erschwerten es zunehmend, Fahrzeuge langfristig instand zu halten. „Was nützen Gebrauchtteile, wenn zentrale elektronische Komponenten nach wenigen Jahren nicht mehr repariert werden können?“, so Sontag.

Moderne Fahrzeuge sind in hohem Maße von elektronischen Systemen abhängig. Der Anteil der Fahrzeugelektronik an den Herstellungskosten liegt inzwischen bei 30 bis 50 Prozent. Zwar existieren spezialisierte Betriebe, die defekte Steuergeräte instand setzen können, doch deren Arbeit wird durch technische Entwicklungen zunehmend erschwert.

Verfügbarkeit von Ersatzteilen sinkt

Als Gründe nennt das Kfz-Gewerbe unter anderem veränderte Produktionsprozesse und Bauteilstrategien. Während früher vielfach standardisierte Komponenten aus der Unterhaltungselektronik verwendet wurden, kommen heute häufiger speziell für einzelne Hersteller entwickelte Bauteile in vergleichsweise kleinen Stückzahlen zum Einsatz. Entsprechend sinkt die langfristige Verfügbarkeit von Ersatzteilen.

Hinzu kommen neue Fertigungstechnologien. So werden Leiterplatten zunehmend in Multilayer-Bauweise mit zahlreichen Schichten gefertigt, was eine Reparatur erheblich erschwert. Auch das sogenannte Overmolding, bei dem elektronische Bauteile mit Kunststoff ummantelt werden, trägt dazu bei, dass eine Instandsetzung oft nicht mehr möglich ist.

Aus Sicht des Kfz-Gewerbes hat diese Entwicklung weitreichende Folgen für die Lebensdauer von Fahrzeugen. Wenn zentrale elektronische Komponenten nicht mehr reparierbar sind, könne dies die Nutzungsdauer deutlich verkürzen und stehe im Widerspruch zu den angestrebten Nachhaltigkeitszielen. Entsprechend wird neben den Herstellern auch die Politik aufgefordert, Rahmenbedingungen für eine bessere Reparierbarkeit zu schaffen.

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