Automechanika 2018: Reifenprofil am Auto vollständig scannen

Autor: Ottmar Holz

Auf Messen gibt es viele Neuigkeiten aber meist nur wenig echte Neuheiten. Ein Newcomer auf dem Werkstattausrüstungsmarkt könnte das Segment für Reifenscanner mit seinen neuen Produkten kräftig aufmischen.

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Der CTS 300 scannt den gesamten Reifenumfang direkt am Fahrzeug und kann so auch Sägezahnbildung und punktuelle Fremdkörper wie Nägel erkennen.
Der CTS 300 scannt den gesamten Reifenumfang direkt am Fahrzeug und kann so auch Sägezahnbildung und punktuelle Fremdkörper wie Nägel erkennen.
(Bild: GL-Messtechnik)

Die GL Messtechnik GmbH aus Hargesheim präsentiert bei ihrem ersten Auftritt auf der Automechanika verschiedene selbst entwickelte Reifenscanner. Die Produktpalette des vor drei Jahren gegründeten Oberflächenscanspezialisten reicht von einem tragbaren Handheldsystem über diverse Überfahrlösungen bis hin zu einem Rollenprüfstand für den Unterflureinbau der achsweise den kompletten Reifenumfang direkt am Fahrzeug in wenigen Sekunden erfasst. Darüber hinaus stellt die Firma auch eine Produktlinie für das Scannen demontierter Räder im Umfeld des Reifeneinlagerungsgeschäfts vor. Zu diesen zum Teil ebenfalls mobil einsetzbaren Scansystemen gehört auch die 3D-Reifenmessstation „Stacked Tire Profiler“ STP. Mit ihr kann der Anwender einen Komplettradsatz in einem Arbeitsgang erfassen, der besondere Clou des Systems ist eine in die Gerätesäule integrierte hochauflösende Kamera die gleichzeitig das oberste Rad mitsamt Felge von der Seite fotografiert. So kann der Betrieb beispielsweise den Reifentyp, DOT-Nummer und den Zustand dieser Felge vor der Einlagerung digital dokumentieren. Eine mit der gleichen Technik ausgestattete Variante kann der Betrieb beispielsweise an den Gabelstapler oder die Hochregalarbeitsbühne (Gorilla) anbauen und – bei stapelweiser Liegendlagerung – Reifensätze nachträglich direkt im Regal erfassen. Aufgrund des 3D-Messverfahrens kann der STP Sommer- und sogar Winterreifen ohne durchgehende Profillängsrillen gleichermaßen zuverlässig vermessen.

Bis auf das Handheldsystem „Smart Scan SmS 300“ und den „Car Tire Scan CTS 300“ erzeugen die Scanner von GL-Messtechnik 3D-Profilbilder von bis zu zehn Zentimeter des Umfangs über die gesamte Reifenbreite. Der Smartscan ermittelt im Laserlinienverfahren die Profiltiefe nur auf einer Linie über die gesamte Reifenbreite, punktet aber mit einer maximal möglichen Messtiefe von 150 Millimetern – ideal für die sonst nur schwer zu messenden Reifen von Traktoren und Erdbewegungsmaschinen. Der CTS 300 dagegen nimmt die Reifenlauffläche komplett auf – und kann so nicht nur einseitigen Verschleiß sondern auch Sägezahnbildung und punktuelle Schäden wie eingefahrene Fremdkörper oder herausgerissene Profilblöcke erkennen. Das können sonst nur teure Diagnoseradwuchtmaschinen an demontierten Rädern.

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Ein weiteres in einschlägigen Kreisen bekanntes Produkt ist der „TriScan TireTST 550“ – mit dem etwa 200.000 Euro teuren stationären Gerät führen einige technische Überwachungsorganisationen, viele Reifenhersteller und auch der ADAC professionelle Profiltiefenmessungen bei der Langzeitverschleißermittlung durch.

GL-Messtechnik GmbH: Halle 12.1 B39

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Redakteur Service und Technik