Autoscout 24 launcht Chat-Funktion für Händler

Autor Dr. Dominik Faust

Nach der Testphase im vergangenen November schaltet Autoscout 24 seinen Chat für Händler nun komplett frei. Außerdem rollt das Internetunternehmen die Möglichkeit der Online-Bewertung von Händlern europaweit aus.

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Felix Frank (li.) und Sebastian Lorenz
Felix Frank (li.) und Sebastian Lorenz
(Bild: Autoscout 24)

Im vergangenen November startete Autoscout 24 mit rund 100 Händlern den Test einer Chat-Funktion. Der Grund: Verbraucher können sich häufig erst nach Feierabend und abends auf der Couch um den Kauf oder Verkauf eines Fahrzeugs kümmern. Dann benötigen sie einen kompetenten Ansprechpartner für ihre Fragen.

Felix Frank hat diesen Test intensiv begleitet. Im neuen operativen Führungsduo des Münchner Internetunternehmens ist er verantwortlich für das Geschäft mit den Händlern. Im Gespräch mit »kfz-betrieb« berichtete er, dass potenzielle Käufer zum Beispiel wissen wollen, ob ein bestimmtes Fahrzeug noch vorhanden sei und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gebe. Solche Chats dauerten im Durchschnitt 15 Minuten, ergänzte Sebastian Lorenz, der sich um das Geschäft mit den Endkunden kümmert. Nach der erfolgreichen dreimonatigen Testphase werde die Funktion in dieser Woche nun für alle Händler freigeschaltet. Die Onlinebörse hat europaweit rund 25.000 Kfz-Betriebe unter Vertrag.

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Chats sind an sich keine „Rocket Science“. Anders verhält es sich bei der kürzlich von Autoscout 24 ausgerollten Preisbewertungsfunktion. Sie ist nun auch in der App für die Händler integriert. Auf der Basis von Angaben zur Marke, zum Modell, zum Alter, zur Getriebe- und Antriebsart sowie zu PS, Kilometerstand und Sonderausstattung ermittelt das System den aktuellen Marktpreis.

Grundlage dafür ist der durchschnittliche Angebotspreis vergleichbarer Fahrzeuge aus der deutschen Autoscout-24-Datenbank. Diese besteht aus zehn Millionen Datensätzen. Da Händler im Unterschied zu Privatpersonen auch Garantien und weitere Leistungen anbieten können, fließen diese Faktoren ebenfalls in der Preisbewertung ein, wie Felix Frank erklärte. Nachteile für Händler sehen er und sein Partner in der Autoscout-Führungsspitze, Sebastian Lorenz, nicht. Im Gegenteil: Weil die Interessenten vorinformiert seien, könnten die Autohausbesitzer effektivere Verkaufsgespräche führen. Wie gut der dahinter liegende Algorithmus ist, belegt dieses Zitat eines Händlers: „Die ermittelten Preise sind erschreckend realistisch“.

Mit diesen und weiteren Entwicklungen will Autoscout 24 zum deutschen Marktführer Mobile.de in Berlin aufschließen. Hinsichtlich der Geschäftsentwicklung ist das Unternehmen offenbar auf einem guten Weg. So stieg das operative Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit (EBITDA) im vergangenen Jahr um 46,6 Prozent auf 64,2 Millionen Euro. Im ersten Quartal dieses Jahres verlangsamte sich das Wachstum allerdings etwas: Das EBITDA stieg von Januar bis März 2017 um 24,5 Prozent. Bei der Markenbekanntheit haben die Münchner ihren Rivalen aus Berlin bereits überflügelt. Nach Angaben der neuen Führungsduos beträgt dieser 94 Prozent.

Welche weiteren Ideen das neue Führungsduo für die Händler hat, schildern wir in einer der nächsten Printausgaben von »kfz-betrieb«.

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