Autowerbung im Wandel der Zeit

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Heute werben Autohersteller mit Promis, Humor, ästhetischen Aufnahmen oder kleinen Geschichten für ihre Produkte. Früher war das ähnlich – aber irgendwie auch ganz anders.

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„Zwei Autos in einem“ bedeutet der schwedische Slogan, mit dem Volvo 1953 für den Duett warb.
„Zwei Autos in einem“ bedeutet der schwedische Slogan, mit dem Volvo 1953 für den Duett warb.
(Bild: Volvo)

Um ihre Autos an den Mann oder die Frau zu bringen, setzten die Hersteller von Anfang an auf die Macht der Bilder. Allerdings hat sich die Autowerbung in den letzten 100 Jahren verändert – fünf Beispiele.

In den Anfängen des Automobils mussten die Kunden noch vom generellen Nutzen des Autos überzeugt werden. Das Plakat für den Benz Patent-Motorwagen (1886-1894) wirbt deshalb Ende des 19. Jahrhunderts auch mit Erklärungen wie „Vollständiger Ersatz für Wagen mit Pferden“ und „Erspart den Kutscher, die theure Ausstattung, Wartung und Unterhaltung der Pferde“. Auf der Abbildung steuert Carl Benz selbst den Wagen, was übrigens „bequem und absolut ungefährlich“ ist, wie die Werbung verspricht.

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Noch bis in die 50er Jahre hinein illustrierten oft Zeichnungen, aber auch bunte, motivreiche Fotos die Anzeigen der Autohersteller. Weiterhin warben sie häufig mit praktischem Nutzen, wie die Anzeige für den Volvo Duett aus dem Jahr 1953: „Zwei Autos in einem“ bedeutet der schwedische Slogan, also die Woche über praktisches Arbeitsgerät und am Wochenende Familienkutsche.

Einen entscheidenden Vorteil des Käfers stellte auch VW in den 60er Jahren in den Vordergrund – etwas Humor wurde dem Leser aber nun schon zugemutet: Die Frage „Warum werden so viele Volkswagen gekauft?“ beantwortet der Hersteller mit einer gleichförmigen Reihe von 16 Bildern, die den VW Käfer zeigen, wie er losfährt und am Horizont immer kleiner wird, garniert mit dem Spruch: „Der VW läuft und läuft und läuft..“.

Ein ähnliches Beispiel mit reduzierter Optik und schlauem Spruch ist die Opel-Anzeige für den GT aus den 70er Jahren. Dem reduzierten Look setzte Opel allerdings Emotionen gegenüber: „Nur Fliegen ist schöner“ warben die Rüsselsheimer für ihren GT. Ein Werbe-Ansatz der auch manch heutigem Sportwagen gut zu Gesicht stehen würde – wäre er nicht auf alle Zeit schon vergeben.

Im Laufe der Zeit setzten die Autohersteller mitunter auch auf richtig spektakuläre Werbung. Den Vogel schoss Audi 1986 ab, als die Ingolstädter einen Audi 100 CS die schneebedeckte Ski-Sprungschanze in Kaipola, Finnland, mit 80 Prozent Steigung hinaufschickten, um die Quattro-Allradtechnik zu bewerben. Der TV-Spot dazu gewann später sogar bei den Werbefilmfestspielen in Cannes.

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