AVP-Gruppe stellt sich hinter VW

Autor: Martin Achter

Der Handel hält sich mit öffentlichen Wortmeldungen zur VW-Abgasaffäre derzeit zurück. Anders die Deggendorfer AVP-Gruppe, die jetzt ihre Sicht der Dinge kundtut.

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Franz Xaver Hirtreiter, Inhaber der AVP-Gruppe: „Bei VW darf nichts beschönigt werden.“
Franz Xaver Hirtreiter, Inhaber der AVP-Gruppe: „Bei VW darf nichts beschönigt werden.“
(Foto: AVP)

Kaum ein Händler sagt derzeit offen, was ihn angesichts der VW-Abgasaffäre bewegt. Nicht so Franz-Xaver Hirtreiter, Inhaber und Geschäftsführer der Deggendorfer AVP-Gruppe. Hirtreiter hat sich entschlossen, mit seiner Meinung an die Öffentlichkeit zu gehen – und spart aber auch nicht mit kritischen Worten in Richtung Wolfsburg.

„Wir haben weiter volles Vertrauen in den Wolfsburger Konzern und seine Manager“, teilte Hirteiter in einer schriftlichen Erklärung mit, die »kfz-betrieb« vorliegt. Jedoch seien die „Fehler“, die sich bei VW ereignet hätten „gravierend und nicht zu beschönigen“. Handel und Verbraucher dürften sich trotzdem nicht von der Berichterstattung „mancher Medien“ irritieren lassen.

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Wer sich mit der VW-Affäre auseinandersetze, müsse sich klar darüber werden, „was in Amerika wirklich gespielt wird“, stellte Hirtreiter seine Sicht der Dinge dar. Während der US-Konzern GM für die Probleme mit blockierenden Zündschlössern, in deren Folge es 170 Tote gegeben habe, mit 900 Millionen Dollar zur Kasse gebeten werden, stünden bei VW „ohne jedes Sicherheitsproblem“ Strafzahlungen von 18 Milliarden Dollar zur Diskussion. „Unabhängig davon müssen wir jedem Kunden eine saubere Problemlösung anbieten“, erklärte Hirtreiter.

Der Unternehmer äußerte sich zu der VW-Affäre angesichts der Eröffnung eines neuen Verkäuferzentrums am Standort Plattling mit sieben Verkäuferbüros für das Volkswagen-Gebrauchtwagen-Programm Weltauto. In die Immobilie investierte AVP 350.000 Euro. Weitere 500.000 Euro gibt die Gruppe für einen neuen Seat-Schauraum in Plattling und die Umstellung des dortigen Skoda-Schauraums auf die neue CI der Importmarke aus.

Neben den Neubauten in Plattling will AVP in diesem Jahr auch noch ein neues Werkstattgebäude in Dingolfing eröffnen. Damit könne AVP „den Kunden für die bevorstehende Rückrufaktion schnelle Bedienung zusichern“, erklärte Hirtreiter. Immobilie und Werkstattausrüstung schlagen mit weiteren 2,5 Millionen Euro zu Buche.

Die AVP-Gruppe betreibt in Plattling das AVP-Autoland – mit 70.000 Quadratmetern Fläche Bayerns wohl größtes Autohaus. Einer Erhebung des Instituts für Automobilwirtschaft in Nürtingen zufolge liegt AVP mit einem Gesamtabsatz von knapp 10.000 Neu- und Gebrauchtfahrzeugen im Jahr 2014 auf Platz 43 der größten Autohandelshäuser Deutschlands.

AVP-Inhaber Hirtreiter bekräftigte in seiner Erklärung, in diesem Jahr auch trotz der VW-Abgasaffäre mehr als 10.000 Fahrzeuge zu verkaufen: „Nach dem schweren Sturm beruhigt sich die See, und das Schiff AVP fährt zielstrebig weiter seinen Kurs.“ Jetzt sei es am wichtigsten, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen.

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Ressortleiter Management & Handel / »kfz-betrieb«