Azubi-Konzeptauto: Skoda Citijet

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Neuwagenkäufer sind für gewöhnlich eher älter. Wie sich junge Menschen ein für sie passendes Fahrzeug vorstellen, durften jetzt Auszubildende von Skoda realisieren. Eine Ausfahrt im Konzeptfahrzeug.

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Skoda-Azubis haben einem Citigo das Dach abgeschnitten – und weitere Überraschungen eingebaut.
Skoda-Azubis haben einem Citigo das Dach abgeschnitten – und weitere Überraschungen eingebaut.
(Foto: Skoda)

Mit 18 Jahren haben einige junge Leute bereits ihr erstes eigenes Auto. Entweder als Geschenk von den Eltern zum bestandenen Abitur, mühsam erspart oder auch geerbt. Bei Skoda teilen sich nun gleich 16 junge Auszubildende ein eigenes Fahrzeug. Die jungen Leute lernen bei der VW-Tochter Berufe wie Autoelektriker, Kfz- und Industriemechaniker oder Industrielogistiker und besuchen die Skoda-Berufsschule. Was sie verbindet: Sie durften gemeinsam ihr eigenes Traumauto bauen.

Der tschechische Automobilhersteller hat erstmals mehreren Absolventen die Möglichkeit gegeben, gemeinsam ein eigenes Fahrzeug auf die Räder zu stellen. Es bestand lediglich die Vorgabe, konzerneigene oder selbst gebaute Teile zu nutzen. Das Ergebnis nach sechsmonatiger Entwicklungszeit ist ein zweifarbiges und zweisitziges Stadt-Cabriolet namens Citijet. Als Basis stand der Kleinstwagen Citigo Pate, der allerdings sein Dach sowie die Rückbank verlor, dafür aber viel Licht, einen markanten Heckspoiler sowie eine überdurchschnittlich große Musikanlage erhielt.

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Nachdem Skoda-Chefdesigner Jozef Kaban seinen Segen gegeben hatte, feierte das kleine Unikat auf dem 33. GTI-Treffen Ende Mai am Wörthersee Premiere. Und dort ließ es sich auch VW-Konzernchef Martin Winterkorn nicht nehmen, einen Blick auf das Konzeptfahrzeug zu werfen. Zufrieden soll er gewesen sein, sagen die Verantwortlichen stolz. Auch das Feedback der Besucher war gut. So gut, dass das Projekt grünes Licht fürs kommende Jahr bekam und sich neue Auszubildende abermals einer Herausforderung stellen können.

Mittlerweile hat der Kleine seine Feuertaufe überstanden, die Fingerabdrücke der neugierigen Besucher wurden sorgfältig weggewischt und wir haben uns den kleinen Flitzer für eine Testfahrt ausgeliehen. Weil der 1,0-Liter-Benziner (55 kW/75 PS) des Citigo nicht angetastet wurde, erwarten wir beim Umdrehen des farblich auf den Citijet angepassten Schlüssels keine großen Überraschungen. Doch es kommt anders: Aus den doppelten Endrohren, die passend mit blauen LED-Lichtern geschmückt sind, röhrt es für einen Kleinstwagen verdächtig laut. Grund dafür ist eine Soundanlage verrät Radovan Juras, einer der verantwortlichen Azubis und unser Beifahrer auf der Fahrt.

Die nächste Überraschung: Der Citijet darf nicht schneller als 25 km/h bewegt werden. Theoretisch kann er es natürlich fixer, doch zu groß ist die Sorge vor Beschädigungen. Für ein E-Bike mag das die Höchstgeschwindigkeit sein, einem Cabrio nimmt das jedoch ein wenig den Wind aus den Segeln. Trotz der gefühlten Schneckengeschwindigkeit weht uns immerhin ein laues Lüftchen um die Ohren, denn es gibt kein Dach, lediglich dünne und nach hinten abfallende Fenster.

Wirklich alltagstauglich ist der Citijet letztlich aus vielen Gründen nicht. Der Kofferraum wich einem 300-Watt-Soundsystem, das zudem den gesamten Fond einnimmt. Die LED-Innenraumbeleuchtung reagiert auf dessen Klänge, könnte also im realen Straßenverkehr ablenken und die blaue Bodenbeleuchtung wäre sowieso verboten. „Alltagstauglichkeit war aber auch nie das Ziel“, sagt Juras. „Wir wollten zeigen, wie junge Menschen sich ihr Auto vorstellen und was theoretisch möglich ist.“

Könnte das Fahrzeug nicht trotzdem Vorbote für eine künftige offene Citigo-Version sein? Immerhin haben die Tschechen seit Jahren kein Cabrio mehr im Angebot. „Nein, ein Cabrio wird es bei uns in naher Zukunft definitiv nicht geben“, wehrt Andreas Gottwald, Leiter Kommunikation bei Skoda ab. Zu gering sei das Interesse auf den wichtigsten Märkten und zu aufwendig und teuer die Produktion. „Das Konzeptfahrzeug ist lediglich eine Fingerübung der Azubis, denen wir die Berufsausbildung spannender gestalten und damit auch ihre Teamfähigkeit, Kreativität und Fachkompetenz fördern wollen.“ Schade, aber die Azubis haben ihren Job so gut gemacht, dass wir immerhin einen Moment lang daran glauben wollten.

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