Automotive Business Award 2026 Bei Seitz werden Werkstatttermine in Verkaufschancen verwandelt

Von Dipl.-Ing. (FH) Kfz-Technik Peter Diehl 3 min Lesedauer

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Im Autohausalltag bleibt manches Potenzial ungenutzt. Zu jedem Kunden existieren Daten, doch fehlt die Zeit, sie zu verknüpfen und auszuwerten. Die Kemptener Seitz-Gruppe mit den Volumenmarken des VW-Konzerns hat das erfolgreich geändert. Damit ist der Händler ein Gewinner des Automotive Business Awards 2026.

Die Autohausgruppe Seitz hat ihr Innovationsprojekt „Werkstattpotenzial – digitale Potenzialfindung im Aftersales“ zu 90 Prozent in Eigenregie umgesetzt.(Bild:  Jonas Blank)
Die Autohausgruppe Seitz hat ihr Innovationsprojekt „Werkstattpotenzial – digitale Potenzialfindung im Aftersales“ zu 90 Prozent in Eigenregie umgesetzt.
(Bild: Jonas Blank)

Wenn Kfz-Betriebe ein Digitalisierungsprojekt angehen, tun sie das in aller Regel mit einem externen Dienstleister. Nicht so die Autohausgruppe Seitz für ihr Innovationsprojekt „Werkstattpotenzial – digitale Potenzialfindung im Aftersales“, welches zu 90 Prozent in Eigenregie umgesetzt wurde. Das allein verdient bereits Anerkennung.

Hinter dem Projekt, mit dem die Autohausgruppe beim Automotive Business Award gewann, steckt eine Softwarelösung, die an der Schnittstelle zwischen Service und Vertrieb ansetzt. Vereinfacht ausgedrückt verknüpft die Software die Daten des Dealer-Management-Systems (DMS) und die Verträge des Händler-Informations-Systems (HIS) mit dem Wissen in den Köpfen der Verkäufer.

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In der Bewerbung zum Automotive Business Award heißt es: „Der Servicebereich im Autohaus ist eine unterschätzte Goldgrube für den Vertrieb. Täglich kommen Dutzende Fahrzeuge in die Werkstatt – jedes einzelne eine potenzielle Verkaufschance.“ Konkretisiert wird das anhand von vier Punkten:

  • Ältere Fahrzeuge mit hohen Kilometerständen – ideal für Verkaufs- und Inzahlungnahme-Angebote
  • Fahrzeuge mit endenden Leasing-Verträgen – guter Zeitpunkt für Anschlussangebote
  • Fahrzeuge einer Aktions-Marke – Tauschprämie nutzen
  • Fahrzeuge von Stammkunden – Ansprache stärkt Bindung

„Die Lösung importiert automatisch Werkstatttermine aus dem DMS, verknüpft sie mit Vertrags- und Fahrzeugdaten und erkennt durch intelligente Filterregeln sofort, welche Kunden auch Verkaufschancen darstellen. Die qualifizierten Leads landen in Echtzeit bei den richtigen Verkäufern – vollautomatisch, ohne manuellen Aufwand“, erklärt ein weiteres Zitat aus der Bewerbung. Die Betonung liegt auf drei Formulierungen, die zugleich den Erfolg des Projekts begründen:

  • vollautomatisch – die Information kann nicht vergessen werden
  • in Echtzeit – nicht irgendwann, sondern rechtzeitig zum Termin
  • bei den richtigen Verkäufern – nicht irgendwo im Verkauf

Gefiltert wird beispielsweise nach Fahrzeugalter, Kilometerstand, Leasing-Ende und Marken-Aktionen, wobei die Filterregeln Flexibilität zulassen.

Seit Januar dieses Jahres ist die Software an 18 Standorten der Autohausgruppe eingebunden und wird von 95 aktiven Verkäufern genutzt – für die Marken Audi, Cupra, Seat, Skoda, VW und VW Nutzfahrzeuge. Porsche bleibt außen vor. Nach eigenen Angaben wurden bereits nach vier Tagen Live-Betrieb aus 1.369 Terminen 78 Verkaufschancen identifiziert; etwa jeder 17. Werkstatttermin war ein qualifizierter Lead (Hit-Rate: 5,7 Prozent). Die Prognose für das Gesamtjahr 2026 lautet mindestens 7.500 qualifizierte Leads bei rund 400 Werkstattterminen und 25 bis 40 Leads pro Tag. Verknüpft wurden gut 18.000 HIS-Verträge.

Das Controlling erfolgt analog zum regulären Vertriebs-Controlling, wobei jeder Lead nachverfolgt werden kann; hierdurch sollen jedoch keine Mehrkosten entstehen.

Automotive Business Award 2026: Die Gewinner
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Die Installation der Software an den 18 Standorten ist nach Unternehmensangaben unproblematisch verlaufen. Seitz-intern ist von 5 bis 15 Minuten Zeitaufwand pro Standort und von User-Self-Service die Rede. Funktionsbedingt bereits integriert sind die Systeme Auto CRM, HIS und E-Mail. DAT-Abfragen, die Integration von Mobile.de, die Anbindung von E-Autoseller und KI-basiertes Leadscoring zur automatisierten Priorisierung waren zum Zeitpunkt der Bewerbung bis zum zweiten Quartal geplant.

Für die Zukunft denken die Projektverantwortlichen Christopher Geyer (Projektleitung) und Ferdinand von Knobloch (fachliche Leitung) an die Vorhersage optimaler Zeitpunkte für die Kundenansprache (engl. predictive analytics) und an automatisierte Kundenkommunikation mittels Trigger-basierter E-Mails und SMS.

Zur Übertragbarkeit der Software an andere Kfz-Betriebe enthält die Bewerbung der Autohausgruppe Seitz zum Automotive Business Award diese Aussage: „Die Plattform http://werkstattpotential.de ist live und kann dank mandantenfähiger Architektur auch von anderen Autohäusern und Händlergruppen genutzt werden. Das System skaliert vom Einzelbetrieb bis zur großen Händlergruppe.“

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