Bleker eröffnet Mehrmarken-Autohaus

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Die Borkener Unternehmensgruppe hat in Münster mehrere Millionen investiert. Neben ihren traditionellen französischen Marken verkauft die Bleker-Gruppe dort auch Alfa, Lancia und Jeep.

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Bleker verkauft in seinem neuen Autohaus in Münster sieben verschiedene Marken.
Bleker verkauft in seinem neuen Autohaus in Münster sieben verschiedene Marken.
(Foto: Baeuchle)

Trotz schwieriger Zeiten setzt die Bleker-Gruppe auf Expansion. In Münster hat das Unternehmen nun ein Autohaus für sieben Fabrikate eröffnet. Neben den französischen Marken Peugeot, Citroën und Renault sowie Dacia verkauft Bleker nun in Münster auch Alfa Romeo sowie erstmals Lancia und Jeep. In Zukunft brauche man ein intelligentes Vertriebssystem, sagte Geschäftsführer Hermann Bleker. Die Zeiten hätten sich geändert, die jungen Menschen müssten abgeholt werden. „Wir haben die Aufgabe, die Geister zu wecken. Das werden wir mit diesem Autohaus schaffen.“

Knapp sieben Millionen Euro investierte die Bleker-Gruppe in den Neubau im Industriegebiet in Münster. Die Maße des Gebäudes sind beeindruckend: Seine Länge beträgt 105 Meter, die Tiefe 40 Meter. Die Höhe variiert zwischen acht Metern im Ausstellungsbereich und zehn Metern in der Werkstatt.

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Das neue Prestigeobjekt entstand auf einer Fläche von insgesamt 15.000 Quadratmetern. Es überspannt eine Grundfläche von 4.800 Quadratmetern und wurde im rückwärtigen Teil zweigeschossig erstellt, so dass im Obergeschoss eine weitere Nutzfläche von 2.300 Quadratmetern entsteht. Neben sieben Marken bietet der Neubau Platz für ein Reifenlager, eine Werkstatt mit 21 Hebebühnen und eine Waschanlage für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen.

Nach sieben Monaten Bauzeit stand das neue Autohaus. Das sei eine sportliche Vorgabe gewesen, „für uns war das eine große Herausforderung“, sagte Jens Hemsing vom gleichnamigen Architekturbüro und Generalunternehmer. Das Familienunternehmen ist mit der Bleker-Gruppe eng verbandelt und hat bereits den zehnten Bau für den Händler umgesetzt.

„Ich habe noch nie erlebt, dass mir ein Händler zwei Jahre zuvor sagt, wann er eröffnet“, sagte Udo Kirk, Direktor Netzentwicklung der Fiat Group in Deutschland. Mit Alfa, Lancia und Jeep sind die Italiener im neuen Autohaus stark vertreten. „Wir wollen unseren Kunden ein breites Portfolio anbieten, da haben starke Zugfahrzeuge bislang gefehlt“, sagte Hermann Bleker, der gemeinsam mit seinem Bruder Bernd die Unternehmensgruppe aufgebaut hat und auch leitet. Mit Jeep will das Autohaus zum Beispiel Kunden aus der Forst- und Landwirtschaft ansprechen. Zudem zielt das Angebot auf die im Münsterland weit verbreiteten Pferdeliebhaber.

Herzensangelegenheit DS

Zudem hat Bleker den zweiten DS Salon in Deutschland eröffnet, den ersten betreibt die Jacobs-Gruppe in Aachen. Die Premiummodelle von Citroën erhalten am Haupteingang des neuen Autohauses einen Sonderplatz. „Wir werden bei DS richtig Gas geben“, kündigte Holger Böhme, Geschäftsführer Citroën Deutschland, an. Dies dürfte Blekers Herz schneller schlagen lassen: Als Jugendlicher habe er die Möglichkeit gehabt, einen Bauernhof zu übernehmen, doch dann sei er zum ersten Mal DS gefahren. „DS hat in mir etwas ausgelöst und nie mehr losgelassen“, erläutert Bleker. Für ihn sei DS ein Highlight gewesen und ist es auch heute noch.

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Doch Blekers Angebot geht über Neu- und Gebrauchtwagen sowie Serviceleistungen weit hinaus. Ein wesentlicher Aspekt könnte der Sonderfahrzeugbau sein, seit Jahren ein wichtiges Standbein für die Unternehmensgruppe. „Wo andere aufhören zu denken, beginnen wir zu arbeiten“, sagte Bleker und kündigte an, bereits wieder fünf neue Projekte in der Planung zu haben.

Perspektiven mit alternativer Mobilität

Zudem sind die französischen Bleker-Partner Vorreiter der alternativen Mobilität und entsprechenden Konzepten. Michael Borner, Vertriebsvorstand der Renault Deutschland AG, sieht gute Chance für Elektroautos, an denen Renault mit vier Fahrzeugen das größte Angebot hat. „Münster ist eine sehr aktive Stadt in puncto nachhaltige Mobilität.“ In der Fahrradstadt mit zahlreichen Studenten könnte auch das Angebot der PSA-Marken auf Anklang stoßen. Peugeot spannt mit dem Mietservice Mu die Auswahl vom Fahrrad bis zum Nutzfahrzeug und Citroën hat mit Multicity gar eine komplette Reiseplattform am Start.

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