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Bosch: Beissbarth und Sicam verkauft

| Autor: Steffen Dominsky

Nun ist offenbar vollzogen, was bereits vor mehr als einem Jahr offiziell verkündet worden war. Die Stuttgarter Mutter hat einen Abnehmer für ihre beiden Töchter gefunden.

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Die Geschichte von Beissbarth ist durchaus glorreich. Die Zukunft, vor dem Hintergrund des aktuellen Verkaufs, einmal mehr ungewiss.
Die Geschichte von Beissbarth ist durchaus glorreich. Die Zukunft, vor dem Hintergrund des aktuellen Verkaufs, einmal mehr ungewiss.
(Bild: beissbarth)

Wie jetzt bekannt wurde, hat Bosch nun einen Käufer für seine beiden Tochterunternehmen Beissbarth GmbH und Sicam SrL gefunden. Der Münchner Investor Stargate Capital hat die beiden mit Wirkung zum 18. Juli übernommen, wie Bosch bestätigte. Aktuell steht noch die Zustimmung der Kartellbehörden aus. Für Kunden der beiden Unternehmen soll sich zumindest in den kommenden zwölf Monaten im Rahmen der sogenannten „Postclosing“-Frist nichts ändern, Ansprechpartner bleiben (vorerst) erhalten. Bereits vor über einem Jahr war der Verkauf seitens der Schwaben in Aussicht gestellt worden.

Mit der Maßnahme möchte sich Bosch von offenbar nicht ausreichend lukrativen Geschäftsbereichen trennen und seine Kräfte und Leistungen auf die Bereiche Diagnose (Soft- und Hardware) sowie Service von Fahrerassistenzsystemen („DAS“ bzw. „ADAS“) im Werkstattbereich fokussieren. Sowohl der Sicam-Bereich „Reifen/Räder“, als auch das Beissbarth-Segment „Prüf- und Messstände“ kommen in letzter Zeit aufgrund des internationalen Wettbewerbs immer stärker unter preislichen Druck. Auch Probleme und Entwicklungsrückstände bei der Markteinführung von Produkten im Fall Beissbarth sollen Bosch bewogen haben, sich von den beiden 2007 erworbenen Unternehmen wieder zu trennen.

Bereits im vorletzten Jahrhundert, 1899, gründeten die Brüder Daniel und Hermann Beissbarth die „älteste Firma der Autobranche in Bayern“. Sie handelten mit Kraftfahrzeugen, stellten aber auch eigene Aufbauten her. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten die Söhne der Firmengründer die ersten Automobil-Servicegeräte. Bereits 1972 wurde Beissbarth zum ersten Mal übernommen, damals von der Rohé-Gruppe. Bevor Bosch das Unternehmen 2007 erwarb, gehörte es als Teil des Unternehmens BAG zum französischen Facom-Konzern. Der Käufer, die Stargate Capital GmbH, ist auf die Restrukturierung mittelständischer Unternehmen spezialisiert. Zu ihr gehört unter anderem der Fernsehbauer Loewe.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "bike & busines", "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group