Braucht man heute in der Stadt noch ein eigenes Auto? So denken Kfzler

Autor: Christoph Seyerlein

Autofreie Städte sind aktuell ein vieldiskutiertes Thema rund um die Verkehrswende. Auch die Kfz-Branche macht sich darüber Gedanken, wie sinnvoll ein eigener Pkw im urbanen Raum überhaupt noch ist. Ergebnisse liefert eine Umfrage von »kfz-betrieb«.

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Selbst unter Kfzlern ist das eigene Auto in Städten nicht unumstritten.
Selbst unter Kfzlern ist das eigene Auto in Städten nicht unumstritten.
(Bild: Audi)

Staus, schlechte Luft, Fahrverbote – in vielen Städten geriet das Auto in der jüngeren Vergangenheit unter Druck. Die Diskussionen, ob ein eigener Pkw im urbanen Raum überhaupt noch vonnöten ist, häufen sich. Auch die Kfz-Branche treibt das Thema um. So hatte etwa erst jüngst BMW-Chef Oliver Zipse gesagt: „Wer in einer Stadt oder Großstadt mit sehr guter Infrastruktur wohnt, der kann auch ohne Automobil sein.“ Wer in den Innenstadtkern wolle, habe dafür vielfältigste Alternativen. „Das eigene Auto ist sogar in diesem Fall zu Recht umstritten“, so der Manager.

Für »kfz-betrieb« waren jene Thesen Grund genug, einmal nachzufragen, wie weitere Menschen aus der Auto-Branche in dem Zusammenhang denken. Die Ergebnisse einer 24-Stunden-Umfrage bei Instagram lassen den Schluss zu: Auch viele Kfzler stellen den Privat-Pkw zumindest in Großstädten in Frage. Nur eine kleine Mehrheit (54 %) beantwortete die Frage, ob man als Stadtbewohner heute noch ein eigenes Auto brauche mit „Ja“. Dagegen verneinten 46 Prozent jenes Bedürfnis. Insgesamt hatten 1.717 Personen ihre Stimme abgegeben.

Zu beachten ist bei jenen Werten, dass Instagram vor allem junge Menschen nutzen. So sind beispielsweise 87 Prozent der Follower von »kfz-betrieb« 34 Jahre oder jünger. Immer wieder bescheinigen Studien, dass das Auto gerade bei jungen Menschen an Bedeutung verliert.

Brauchen nein, wollen ja

Allerdings brachten einige der Umfrageteilnehmer in direkten Nachrichten an die Redaktion zum Ausdruck, dass man die Frage differenziert betrachten sollte. So gaben mehrere Nutzer, die für „Nein“ gestimmt hatten an, dass ihre Meinung nur für Städte mit gut ausgebauten Alternativen gelte. Viele wünschen sich etwa in verschiedenen Städten einen deutlich besseres ÖPNV-Angebot.

Nicht zu verachten ist für mehrere User auch die emotionale Ebene. Eine Nachricht an die Redaktion lautete etwa: „Ich brauche kein eigenes Auto. Aber ich will eines haben.“

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«