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Breite Zustimmung für die Wallbox-Förderung

| Autor: Andreas Grimm

Für viele potenzielle E-Auto-Fahrer ist ein sicheres Laden die zentrale Herausforderung der E-Mobilität. Sie können künftig ihre eigene Versorgung mit einem üppigen Zuschuss vom Staat leichter sicherstellen.

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Die Wallbox auf dem eigenen Grundstück oder in der Wohnanlage rückt näher. Der Bund fördert den Aufbau mit 900 Euro.
Die Wallbox auf dem eigenen Grundstück oder in der Wohnanlage rückt näher. Der Bund fördert den Aufbau mit 900 Euro.
(Bild: Webasto)

Die Förderung privater Ladesäulen für Elektroautos an Wohngebäuden durch den Bund stößt bei den Herstellern auf einhellige Zustimmung. Angesichts der boomenden Elektromobilität und der steigenden Bestandszahlen werde der Ausbau der Ladeinfrastruktur zum entscheidenden Faktor für den weiteren Erfolg, sagte Reinhard Zirpel, Präsident des Importeursverbands VDIK. Der Aufbau weiterer Ladepunkte müsse daher mit hohem Tempo gelingen.

Der Bund gibt künftig einen Zuschuss von 900 Euro für den Erwerb und die Errichtung einer fabrikneuen, nicht öffentlich zugänglichen Ladestation – inklusive des elektrischen Anschlusses. Der Strom muss laut dem Bundesverkehrsministerium zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen. Die Förderung erfolge durch einen Investitionszuschuss. Unterschreiten die Gesamtkosten des Vorhabens den Zuschussbetrag, wird keine Förderung gewährt.

200 Millionen Euro im Fördertopf

Im Fördertopf liegen insgesamt 200 Millionen Euro. Die Zuschüsse fließen über die staatliche Förderbank KfW. Anträge könnten ab dem 24. November eingereicht werden. Bis dahin will die KfW auch eine Positivliste der förderfähigen Ladestationen online bereitstellen.

„Mit dem Förderprogramm kommen wir unserem Ziel, Laden für alle, immer und überall, einen entscheidenden Schritt näher“, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer. Auch für VDA-Präsidentin Hildegard Müller ist die Förderung der richtige Weg, schließlich würden Elektroautos zum größten Teil – bis zu 85 Prozent – zuhause und am Arbeitsplatz geladen. „Damit setzt die Förderung an der richtigen Stelle an und ergänzt die bereits existierenden Programme zum Aufbau einer flächendeckenden öffentlichen Ladeinfrastruktur“, sagte Müller.

8 bis 11 Millionen Ladepunkte im privaten Bereich erforderlich

Befragungen von E-Auto-Käufern haben laut dem VDIK ergeben, dass die Möglichkeit, zu Hause zu laden, eine entscheidende Voraussetzung für die Anschaffung eines Elektroautos ist. Um das Ziel von rund 10 Millionen Elektroautos bis 2030 in Deutschland zu erreichen, sind nach Schätzungen der Automobilindustrie 8 bis 11 Millionen Ladepunkte im privaten Bereich erforderlich.

Laut ADAC kostet eine sogenannte Wallbox ohne Installation 500 bis etwa 2000 Euro. Da zudem bei vielen Hausanlagen zunächst hohe Installationskosten für die Vorbereitung einer Ladeeinrichtung entstehen, wird der Förderbeitrag oft klar unter den Gesamtkosten bleiben. Weitere flankierende Renovierungsprogramme für die Hausinstallation seien daher wünschenswert, so Müller.

Relevant wird die Förderung insbesondere durch eine vor kurzem endgültig getroffene Entscheidung von Bundesrat und Bundestag, die es in Wohnanlagen erleichtert, doch die Schaffung von Ladepunkten durchzusetzen. E-Auto-Besitzer, die auf ihrem Stellplatz einen Ladepunkt schaffen wollen, müssen nun nicht mehr alle Miteigentümer um Zustimmung bitten. Eine einfache Mehrheit reicht.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«