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Bremsleitungsreparatur: Zurechtgebogen

| Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Ottmar Holz

Viele Werkstätten ersetzen defekte Bremsleitungen aus Stahl oft durch Universal-Meterware aus der Kupferlegierung Kunifer – denn die lässt sich deutlich leichter biegen, bördeln und einbauen. Das spart viel Arbeitszeit – ist zurzeit aber leider nicht legal.

Bremsleitungen sind nur in kurzen Abschnitten gut zugänglich, sie verlaufen meist extrem schlecht erreichbar hinter Baugruppen wie Tank, Achsen, Motor und Auspuffanlage.
Bremsleitungen sind nur in kurzen Abschnitten gut zugänglich, sie verlaufen meist extrem schlecht erreichbar hinter Baugruppen wie Tank, Achsen, Motor und Auspuffanlage.
(Bild: Holz)

Bremsleitungen bereiten den Besitzern von Autos der Segmente III oder IV bei der HU oft eine böse Überraschung: Der Prüfer verweigert die Plakette wegen Rostfraß. Schlimmstenfalls aber platzt sie ohne Vorankündigung beim Bremsen vor einem Zebrastreifen. Falls der Fahrer mit dem verbliebenen Bremskreis eine Kollision noch glücklich vermeiden konnte, erbleicht er spätestens in der Werkstatt erneut – wenn er den Preis für die Reparatur erfährt. Eine Bremsleitung komplett zu erneuern, dauert oft sehr lange, vor allem wenn sich der Monteur die komplex gebogene Leitung aus Stahlrohrmeterware zurechtbiegen muss. Viele Fahrzeughersteller bieten daher einbaufertige und vorgebogene Leitungen an, doch der enorme Arbeitsaufwand für den Aus- und Einbau bleibt.

Die Leitungen schlängeln sich mit vielen kleinen Biegeradien von der ABS-Hydraulikeinheit oder dem Hauptbremszylinder an der Spritzwand entlang Richtung Fahrzeugboden – meist noch gut versteckt hinter Motor/Getriebeeinheit, Lenkgetriebe und Fahrschemel. Am Fahrzeugboden verlaufen sie mehr oder weniger gerade und sind relativ gut zugänglich, bis sie die Hinterachse erreichen. Dort verschwinden sie häufig hinter dem Tank, unter Hitzeschutzblechen der Auspuffanlage und winden sich, bestenfalls noch sicht- aber kaum mehr greifbar, über Hinterachsträger, Differenzial und diverse Lenker. Meist ist nur ein kleiner Abschnitt stark verrostet, daher liegt der Gedanke nahe, auch nur den defekten Teil der Leitung zu erneuern.