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Britische Autoindustrie warnt vor Niedergang

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Am Tag des Brexits droht der britischen Autoindustrie ein schwerer Schlag. Viel hängt von der Ausgestaltung der weiteren Beziehungen zur EU ab. Der Branchenverband SMMT hat jetzt nochmals die Notwendigkeit eines „reibungslosen Handels“ betont.

Die britischen Autobauer fürchten, den Anschluss an die Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.
Die britischen Autobauer fürchten, den Anschluss an die Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.
(Bild: Mini)

Angesichts der nahenden endgültigen Entscheidung über die Ausgestaltung des Brexits hat die britische Automobilindustrie nochmals nachdrücklich vor den Folgen eines harten Ausstiegs aus der EU gewarnt. Die britischen Autobauer fordern von der Politik enge Handelsbeziehung mit der EU.

„Unsere globale Wettbewerbsfähigkeit ist bedroht“, sagte der Chef des Autoverbands SMMT, Mike Hawes, jüngst mit Blick auf die sinkenden Produktionszahlen. Die künftige Regierung müsse auch nach dem EU-Austritt „reibungslosen Handel, frei von Zöllen, regulatorischen Angleichungen und ununterbrochenen Zugang zu Talenten“ gewährleisten.

Die britische Autoproduktion ist auch wegen des Brexits in 16 der jüngsten 17 Monate gesunken. Im Oktober verzeichnete der SMMT ein Minus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dabei schlugen vor allem das schwindende Vertrauen von Verbrauchern wie Unternehmen im Inland auf die Produktion durch, wie der SMMT betonte. „Ein weiterer Monat mit rückläufiger Autoproduktion sorgt für äußerst beunruhigende Zeiten für die Branche“, sagte Hawes. Für das Gesamtjahr liegt der Rückgang bisher sogar bei 14,4 Prozent.

Der Verband mahnt daher ein weitreichendes Freihandelsabkommen mit der EU sowie anderen Märkten nach dem Brexit an. Zölle würden die britische Autoproduktion mit zusätzlichen Kosten von 3,2 Milliarden Pfund (3,76 Mrd. Euro) pro Jahr belasten. Dadurch könnten bis 2024 insgesamt 1,5 Millionen Fahrzeuge im Wert von 42,7 Milliarden Pfund weniger gebaut werden, rechnet der SMMT vor.

Großbritannien wählt am 12. Dezember ein neues Parlament. Der konservative Premierminister Boris Johnson hofft auf eine Mehrheit im Unterhaus, um den Brexit so bald wie möglich zu vollenden.

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