Chery zieht es nach Deutschland

Chinesen planen Europa-Zentrale bei Frankfurt

| Autor: Christoph Seyerlein

Unter der eigenen Marke Exeed will Chery auch in Europa Autos auf den Markt bringen.
Unter der eigenen Marke Exeed will Chery auch in Europa Autos auf den Markt bringen. (Bild: Chery)

Bei der IAA 2017 hatte Chery bereits angekündigt, ernsthaft mit einem Gang nach Europa zu planen. Nun machen die Chinesen ernst: Wie der Hersteller mitteilte, soll im Januar 2019 die neu gegründete Chery Europe GmbH in Raunheim nahe Frankfurt am Main ihre Arbeit aufnehmen. Die Verantwortung für das Projekt übernimmt Jochen Tüting, der in der Vergangenheit lange Jahre bei Ford in Köln gearbeitet hat.

Der 44-Jährige will bis Ende 2019 ein Team von 30 bis 50 Mitarbeitern mit Erfahrung in der Autobranche zusammenstellen. Sie sollen im ersten Schritt ein Entwicklungs- und Design-Center für Chery hochziehen, aber auch auf Marketing und Vertrieb soll ein Fokus in Raunheim liegen. „Damit schaffen wir die Basis für unseren Markteintritt in Europa“, sagt Tüting. Im Mittelpunkt der Arbeit wird die Vorbereitung auf die Markteinführung von Modellen der Marke „Exeed“ stehen, mit denen die Chinesen ab 2020 in Europa planen. Der erste Ableger wird aller Voraussicht nach ein reines Elektroauto sein, generell will sich Chery nach eigenen Angaben auf die Elektromobilität konzentrieren.

Jochen Tüting ist für den Aufbau des Chery-Entwicklungs- und Design-Centers verantwortlich.
Jochen Tüting ist für den Aufbau des Chery-Entwicklungs- und Design-Centers verantwortlich. (Bild: Chery)

Die eigenen Ansprüche sind dabei hoch. Chery-Chef Tongyue Yin erklärte: „Wir werden unter unserer Technologie-Marke Exeed Modelle auf den Markt bringen, die in Bezug auf Qualität, Design und Technologie konkurrenzfähig mit den führenden europäischen Herstellern sein werden.“ Wenn Chery eine globale Marke werden wolle, müsse man nach Europa gehen, so Yin weiter. Sein Ziel sei es, „so schnell wie möglich mit den großen globalen OEMs auf Augenhöhe zu agieren“.

Chery ist nach eigenen Angaben der größte Automobilexporteur Chinas. Zwischen Januar und August 2018 hat der Hersteller 462.000 Fahrzeuge verkauft und damit 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Rund 50.000 Einheiten davon waren reine Elektroautos. Die Chinesen sind in mehr als 80 Ländern aktiv und beschäftigen weltweit über 14.000 Mitarbeiter. An 14 Produktions- und Montagestandorten werden derzeit mehr als 20 Pkw-Baureihen gefertigt.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45511794 / Wirtschaft)

Plus-Fachartikel

Polestar: Verkaufen nicht erwünscht

Polestar: Verkaufen nicht erwünscht

In Oslo hat die Premium-Elektromarke ihren europaweit ersten Polestar-Space eröffnet. Einen Verkäufer sucht man hier vergeblich: Dennoch stellt der Hersteller auch den deutschen Store-Betreibern ein attraktives Geschäftsmodell in Aussicht. lesen

Buchhaltung: Jahresabschluss-Check

Buchhaltung: Jahresabschluss-Check

Es ist wie das große Reinemachen: Für den Jahresabschluss muss ein Unternehmen eine komplette Bestandsaufnahme durchführen und quasi in die letzten Winkel des Geschäfts blicken. Das erfordert einige Vorarbeiten. lesen