China richtet Autointeressen neu aus

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E-Kapazitäten müssen gefüllt werden

Viele westliche Hersteller setzen mittlerweile auf E-Mobilität. Wie wirkt sich der Schwenk für sie aus?

Es wird weiterhin einen Markt für Elektrofahrzeuge geben, eben nicht mehr so groß wie ursprünglich erwartet. 2025 ist mit etwa 1,25 Millionen reinen Elektroautos zu rechnen, fünf Jahre später mit rund 3,5 Millionen.

Volkswagen hat den Fokus ausschließlich auf Elektroautos gerichtet.

Der Markt wird noch groß genug sein, dass VW seine Kapazitäten füllen kann. Aber es wird eine größere Herausforderung, das Werk mit Kapazitäten von 600.000 Einheiten zu füllen.

Hatten BMW und Daimler also recht, als sie statt für eine Festlegung auf E-Mobilität für Technologieoffenheit plädierten?

Unterm Strich hatten sie recht. Es war ja nicht das erste Mal.

Wesentlich stärker als die westlichen Hersteller sind viele chinesische Autobauer auf die E-Mobilität ausgerichtet. Was bedeutet der Schwenk für sie?

Das war alles subventionsgetrieben. Seit die Förderung zusammengekürzt wurde, ist alles zusammengebrochen. Die Fahrzeuge waren extrem billig gemacht. Keiner achtete auf Haltbarkeit, viele brannten einfach ab. Nicht zuletzt deshalb hat die Regierung eingegriffen.

Was heißt subventionsgetrieben?

Es war für die chinesischen Hersteller der schnellste Weg, um an Geld zu kommen. Rund 40 Milliarden Euro waren in den Subventionstöpfen. Da wurde von den Herstellern alles rausgeholt, was möglich war. Mit wenigen Ausnahmen wie Nio oder Byton sind dies keine tollen Fahrzeuge.

Kommen die chinesischen Hersteller mit ihren Elektroautos also nicht nach Europa?

Vergessen Sie das. Keiner der ehemaligen Marktführer würde eine Zulassung in Europa erhalten. Wer wirklich führend in der Technologie ist, sind die westlichen Hersteller. Volkswagen und die deutschen Zulieferer sind vorne dran.

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Über den Autor

 Christoph Baeuchle

Christoph Baeuchle

Chefreporter Automobilwirtschaft & Politik/Verbände