China verbietet den Bau von 553 Automodellen

Auch Audi und Mercedes betroffen

| Autor: Christoph Seyerlein

China geht gegen Autos vor, die die staatlichen Verbrauchsvorgaben nicht erfüllen.
China geht gegen Autos vor, die die staatlichen Verbrauchsvorgaben nicht erfüllen. (Bild: Audi)

Die chinesische Regierung greift wieder einmal knallhart in das Geschäft der Autoindustrie ein. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, hat Peking mit dem Jahreswechsel den Bau von 553 Automodellen verschiedener Hersteller verboten. Grund dafür sollen zu hohe Verbrauchswerte der Fahrzeuge sein. Die betroffenen Modelle halten dem Bericht zufolge die staatlichen Vorgaben nicht ein.

Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge stehen auch Autos von Joint Ventures auf der Streichliste, an denen deutsche Hersteller beteiligt sind. Beispielsweise gelte das Verbot für die China-Version des Audi A1. Auch eine nicht näher genannte Mercedes-Limousine soll betroffen sein. Ein Volkswagen-Sprecher zeigte sich am Dienstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur wenig beeindruckt. Der genannte A1 sei ohnehin nicht mehr in der Produktion. Das Verbot betreffe „keines der aktuell in Produktion befindlichen Modelle.“

Chinas Regierung und die Autoindustrie waren sich in der Vergangenheit häufiger in die Haare gekommen, zuletzt gab es etwa Diskussionen um die Einführung einer Elektroauto-Quote im Reich der Mitte. Jene Vorgabe soll 2019 kommen, die Hersteller müssen dann nachweisen, dass mindestens jedes zehnte verkaufte Auto ein Stromer ist.

Die Verbotsliste stellt aber eine neue Eskalationsstufe im bereits angespannten Verhältnis zwischen Staat und Autoindustrie dar. Dem Auto-Analysten Wang Liusheng zufolge habe es eine solche Liste bislang nie gegeben. In Zukunft sei aber mit weiteren Einschränkungen für die Autobauer zu rechnen, zitiert Bloomberg den Experten.

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