China vs. Vietnam: VW gerät wegen Navi zwischen die Fronten

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Weil das Navi eines Exponats zwischen China und Vietnam umstrittene Gebiete im Südchinesischen Meer den Chinesen zurechnete, hat der vietnamesische Zoll eine Strafe gegen VW verhängt.

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Das Navi eines VW-Modells sorgt in Asien für Ärger.
Das Navi eines VW-Modells sorgt in Asien für Ärger.
(Bild: VW)

Volkswagen ist bei Streitigkeiten zwischen China und Vietnam um Territorien im Südchinesischen Meer zwischen die Fronten geraten. Weil bei einem VW-Auto in Vietnam eine Navigations-App eine Karte enthielt, die umstrittene Gebiete im Südchinesischen Meer als zu China zugehörig ausgab, muss der Konzern eine Geldstrafe zahlen. Dies teilte die vietnamesische Zollbehörde am Dienstag mit. Die Darstellung habe die Souveränität Vietnams verletzt.

Volkswagen soll demnach zugelassen haben, dass das aus China eingeführte Auto mit der App Ende Oktober bei einer Automesse in Ho Chi Minh City ausgestellt wurde. Durch gestrichelte Linien soll das umstrittene Seegebiet auf der Karte als chinesisches Territorium dargestellt worden sein. Ein VW-Sprecher in Wolfsburg bestätigte den Fall am Montag, wies aber darauf hin, dass man weitere Details noch untersuche. „Wir stehen mit dem privaten Importeur in Kontakt.“

Das Unternehmen soll laut der Behörde nun ein Bußgeld zwischen umgerechnet rund 772 und 1.544 Euro zahlen. Die Firma World Auto Company, die für die Einführung des Wagens aus China verantwortlich war, muss demnach für sechs bis neun Monate ihren Betrieb einstellen.

China beansprucht praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich. Damit liegt die Volksrepublik seit Jahren im Streit mit Ländern wie den Philippinen, Vietnam, Malaysia, Brunei und Taiwan.

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