Citroën führt neue Innen-CI ein
Nach schwachen Jahren sieht sich Citroën wieder auf Erfolgskurs. Ziele und Erwartungen an die Händler sind hoch. Wer künftig mit dabei sein will, muss investieren.

Citroën Deutschland führt in den nächsten Monaten eine neue Innen-CI ein. Im September will der Importeur mit dem bundesweiten Roll-out beginnen. Drei Betriebe haben als Pilot bereits ihre Showrooms umgerüstet. Bis Mitte nächsten Jahres soll das Netz nachziehen.
Den inoffiziellen Startschuss zur Umstellung hat der Importeur bereits gegeben: Die neuen Elemente können die Händler seit Anfang Juli bestellen. Mit der Auslieferung will Citroën dann im August beginnen. Nach rund zehn Jahren kommen auf die Citroën-Partner wieder Ausgaben für eine neue Innenraumausstattung zu: Grundlage für die Neuausrichtung der Verkaufsräume ist das Konzept „La Maison“, das die Marke mit dem Doppelwinkel jüngst in Paris vorgestellt hat.
Wie aus Händlerkreise zu erfahren war, muss ein durchschnittlicher Betrieb mit Investitionen von rund 30.000 Euro rechnen. Citroën wollte sich zu den Kosten nicht äußern. Während die Ausstattung von Händlern durchaus begrüßt wird, sorgt ein anderer Aspekt für Diskussionen: Citroën fordert von den Partnern auch neue Fliesen, die in den oben genannten Kosten nicht enthalten sind.
Aus Sicht von Wolfgang Schlimme, Geschäftsführer Citroën Deutschland, ist die Neuausrichtung der Showrooms notwendig – nicht zuletzt als Zeichen für die Trendwende. Denn schließlich sehen sich die Franzosen im Aufwärtstrend.
Allerdings haben die Citroën-Partner schwere Jahre hinter sich, die Gewinne waren bei vielen schwach, wenn überhaupt vorhanden. Nicht jeder kann die Investition stemmen. „Der Großteil der Partner ist dabei“, betont Schlimme. „Sie haben erkannt, dass sie sich umorientieren müssen. Aber es gibt natürlich auch Händler, bei denen die Nachfolgeregelung unklar ist oder die in absehbarer Zeit in eine neue Immobilie umziehen müssen. Wir haben aber auch die Möglichkeit, individuelle Vereinbarungen zu treffen.“
Einige Händler „passen nicht zu Citroën“
Alle dürften am Ende kaum dabei sein, das ist auch Schlimme klar. Fehlt das Geld für Investitionen, „dann passen sie nicht in die drei Kriterien: Kundenzufriedenheit, Profitabilität und Wachstum. Möglicherweise passen sie auch nicht zu Citroën“, so Schlimme. „Wenn wir gemeinsam mit unseren Händlern unser Wachstum fortsetzen wollen, müssen wir auch gemeinsam investieren.“ Auf die Marke komme in nächster Zeit viel zu. So viel, dass etliche Händler heute noch nicht in der Lage seien, dies in ihren bestehenden Gebäuden mit den aktuellen Strukturen und Ressourcen abzubilden, so Schimme.
Entsprechend ehrgeizig sind die Ziele: „Wir wollen jedes Jahr 10.000 Autos mehr verkaufen“, betont Schlimme. Für das im laufenden Jahr angestrebte Ziel von 70.000 Autos sieht sich die Marke auf Kurs. Im ersten Halbjahr brachte Citroën mehr als 28.000 Pkws und gut 5.500 leichte Nutzfahrzeuge neu auf die Straße.
Diese Entwicklung will Schlimme in den nächsten Jahren fortschreiben: 2018 rechnet der Geschäftsführer mit 80.000 Fahrzeugen, ein weiteres Jahr später sollen es dann 90.000 sein. Dazu sollen die neuen und die kommenden Modelle beitragen. Mit dem C3 scheinen die Franzosen den Kundengeschmack getroffen zu haben. Händler berichten von guten Verkaufszahlen und bestätigt dies mit guten Auftragszahlen: Demnach gibt es bereits mehr als 8.500 Kundenbestellungen.
Vom Einstieg in die SUV-Welt erhofft sich der Importeur weiteren Schwung: Ganz jeck geben die Kölner mit Deutschland-Vertriebschef Peter Wilkenhöner am 11.11. das Startsignal mit dem C3 Aircross. Nur wenig später bringt Citroën mit dem C5 Aircross das zweite SUV-Modell auf den Markt.
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