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CMT 2018: Caravaning im Höhenflug

| Redakteur: Dr. Holger Schweitzer

Das Interesse am mobilen Urlaubsheim ist ungebrochen stark – die gerade zu Ende gegangene Stuttgarter Reisemesse verheißt Rückenwind für die Branche im angelaufenen Verkaufsjahr.

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Die diesjährige CMT feiert zu ihrem 50. Geburtstag Besucherrekorde.
Die diesjährige CMT feiert zu ihrem 50. Geburtstag Besucherrekorde.
(Bild: Schweitzer)

„Caravaning boomt wie nie zuvor!“ Diese Aussage traf Hermann Pfaff, Präsident des Caravaning Industrie Verbandes (CVID) im Zuge der Jahrespressekonferenz auf der Stuttgarter Reisemesse CMT, die am Sonntag zu Ende gegangen ist. 265.000 Besucher bedeuten einen neuen Rekord für die Veranstaltung – die Messe zählte 30.000 mehr als noch im Vorjahr.

Bereits im Vorfeld der Messe hatte der Veranstalter 10.000 Quadratmeter mehr Ausstellungsfläche vermelden können. Aber auch die Übernachtungszahlen auf den Stellplätzen der Messe zeigen das wachsende Interesse am mobilen Heim: Hier hatte sich die Zahl der Übernachtungsfahrzeuge am ersten Wochenende mit mehr als 1.700 etwa verdoppelt.

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Rekordumsatz für die Branche

Nicht nur das Besucherinteresse der CMT scheint die wachsende Beliebtheit an Wohnwagen und Reisemobilen zu bestätigen. So habe laut Hermann Pfaff die Branche mit insgesamt 63.264 Neuzulassungen „ein absolutes Rekordjahr“ hinter sich. Er sieht dabei das „Revival des Caravans“ als große Überraschung: 15 Prozent Wachstum konnte die Caravan-Industrie hier mit 22.696 Neuzulassungen verzeichnen und liegt damit gleichauf mit den Reisemobilen, die 40.568 Neuzulassungen verbuchen konnten. Und es herrscht weiter Optimismus: So würden rund 90 Prozent der Hersteller auch für 2018 mit Zuwächsen rechnen. Insgesamt gehe man von über 70.000 Neuzulassungen in Deutschland aus.

Die Ursachen für den kontinuierlichen Boom führt Pfaff auf verschiedene Ursachen zurück. Zum einen sei „Caravaning keine Nischen-Urlaubsform mehr, sondern in der Gesellschaft angekommen“. Auch das Freiheitsgefühl vor allem junger Kunden, technologischer Fortschritt, die zunehmende Alltagstauglichkeit vieler Fahrzeuge und nicht zuletzt das anhaltend niedrige Zinsniveau spielten eine wichtige Rolle. All das schlägt sich in einem Rekord-Gesamtumsatz von 10,3 Milliarden Euro für das Jahr 2017 nieder.

Alltagstauglichkeit und Luxus

Ein Trend, der sich auf der diesjährigen CMT zeigte, ist sicherlich das „Dual-Use“-Konzept, das vor allem bei Reisemobilen im Kastenwagensegment Anwendung findet. Die Grundidee: Alltags- und Reisetauglichkeit miteinander zu verbinden. Vor allem jüngere Käufer sollen so angesprochen werden. Wer sich klassische Reisemobile nicht leisten kann oder will, kann so einen Einstieg in die Reisemobilwelt finden. Gerade die jüngere Käuferschicht soll mit entsprechenden Features angezogen werden: Allradantrieb, Offroad-Fahrwerke und „Paris-Dakar“-Gestaltungen finden sich ebenso wie 50er-Jahre-Inneneinrichtungen und Retro-Zweifarbenlackierungen.

Gerade für das Pkw- und Kastenwagensegment zeigten die Aussteller der CMT die Vielfalt der individuellen Möglichkeiten, Fahrzeuge zu Reisemobilen aus- und umzubauen: Praktikabilität und Lifestyle kommen dabei nicht zu kurz. Neben reisefertigen Fahrzeugen von Herstellern präsentieren auch Einbauspezialisten wie beispielsweise Van-Esse und Sortimo ihr Portfolio.

Aber auch das klassische Wohnmobil- und Caravanpublikum kommt auf der CMT nicht zu kurz. Wohnmobile aller Klassen und Größen sind vertreten, vom einfachen Wohnmobil für Familien mit kleinem Geldbeutel bis hin zu Luxusvillen auf Rädern – die Bandbreite an rollenden Hotels ist nahezu unerschöpflich.

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