CO2-Ausstoß: So schnitten die Autobauer 2017 ab

Autor Christoph Seyerlein

Der Absturz des Diesels, die nach wie vor geringe Bedeutung von E-Autos und die Beliebtheit großer Fahrzeuge wie SUVs haben dazu beigetragen, dass die CO2-Emissionen neu zugelassener Autos in Deutschland gestiegen sind. Vielen Herstellern droht deshalb ein Dilemma.

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(Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

Der Autoindustrie droht mehr denn je ein CO2-Dilemma. Bekanntlich darf der Flottenverbrauch von Herstellern in der EU ab 2021 nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer betragen. Davon sind zahlreiche Autobauer noch weit entfernt. Im vergangenen Jahr sind die durchschnittlichen CO2-Emissionen von neu zugelassenen Pkw in Deutschland im Vergleich zu 2016 sogar gestiegen. Das zeigt eine Analyse des Center of Automotive Management (CAM).

Mit 127,9 Gramm pro Kilometer lag der Durchschnittswert 0,5 Gramm über dem Mittel von 2016 (127,4 Gramm). CAM-Chef Stefan Bratzel führt das vor allem auf den Absturz des Diesel-Antriebs in der jüngsten Vergangenheit, die nach wie vor geringe Bedeutung von Elektroautos sowie die hohe Nachfrage nach schweren SUVs und Geländewagen zurück.

Diesel-Fahrzeuge seien Bratzel zufolge rund 15 Prozent verbrauchsärmer und damit CO2-effizienter als Benziner. Aufgrund der Abgas-Affäre brach der Marktanteil des Selbstzünders an den Neuzulassungen hierzulande im vergangenen Jahr um 13,2 Prozent ein, während Benziner um 13,8 Prozent zulegten.

Immer häufiger greifen Kunden auch bei großen Autos wie etwa SUVs zu Benzinern. Hatten im Dezember 2016 noch 41 Prozent der Hochbeiner einen Diesel-Motor, waren es im Dezember des vergangenen Jahres nur noch 24 Prozent.

Für Studienleiter Bratzel sind die Zahlen alarmierend: „Die Klima-Trendwende ist ein ernstes Warnsignal für die Automobilhersteller und die Politik“, sagt er. Die Anstrengungen müssten erheblich erhöht werden, um die CO2-Grenzwerte der EU von 95 Gramm pro Kilometer im Jahr 2021 zu erreichen und Strafzahlungen zu verhindern.

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