CO2-Grenzwerte: Diesen Herstellern drohen harte Geldstrafen

8 von 13 Autobauern werden Ziel verfehlen

| Autor: Jakob Schreiner

(Bild: gemeinfrei / CC0)

Das Damoklesschwert schlechthin dürften die für 2021 beschlossenen CO2-Flottengrenzwerte für einige Hersteller darstellen. Das legt eine Studie der Unternehmensberatung PA Consulting nahe, die aufzeigt, welche Automobilhersteller das 95-Gramm-Ziel verfehlen werden und die daraus resultierenden – teils massiven – Strafzahlungen beziffert. 8 der 13 untersuchten Hersteller werden demnach 2021 zur Kasse gebeten.

Jedes Gramm CO2 über dem Grenzwert kostet 95 Euro und muss mit der Anzahl der im Vorjahr in der EU zugelassenen Autos multipliziert werden. So droht alleine VW, die laut der Studie den Wert um vier Gramm überschreiten werden, eine Strafe von 1,4 Milliarden Euro. Für PSA und FCA könnte die Zielverfehlung 600 bzw. 700 Millionen Euro kosten. Daimler und BMW kommen mit 190 bzw. 200 Millionen Euro noch relativ glimpflich davon.

Zwar verfehlen auch die beiden deutschen Premiumhersteller Daimler und BMW das Ziel, und Daimler hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verschlechtert. Dennoch sehen die Analysten, dass sich beide Hersteller der Einhaltung des CO2-Ziels annähern würden. Die Münchner liegen 2 Gramm, die Stuttgarter 1,8 Gramm darüber. Neben dem Anstieg des CO2-Ausstoßes bei Daimler verschlechterte sich noch Ford – BMW, Hyundai/Kia und Toyota konnten die Werte aus der Vergangenheit unterbieten. PA Consulting untersucht die Entwicklung der CO2-Werte seit 2015.

Straffrei dürften Volvo, Toyota, Renault/Mitsubishi/Nissan, Honda und Jaguar Land Rover bleiben, da sie die CO2-Grenzwerte zum Teil deutlich unterschreiten können. Wie viel CO2 die Flotten der Hersteller emittieren dürfen, richtet sich nach dem durchschnittlichen Fahrzeuggewicht der jeweiligen Modelle. Die Werte variieren zwischen 91,8 (FCA) und 130,6 (JLR) Gramm CO2 pro Kilometer.

Mit der Elektrifizierung CO2-Emissionen senken

Laut den Studienmachern reichen die nächsten drei Jahre für die Mehrheit der Hersteller zwar nicht mehr aus, um die Grenzwerte einhalten zu können. Dennoch seien alle Hersteller in der Lage, die jetzt noch recht hohen CO2-Emissionen ihrer Fahrzeuge bis 2021 deutlich senken zu können. Größter Treiber dieser Entwicklung sei die Elektrifizierung der Modellpalette, die weiter zunehmen wird und sich in den Produktstrategien der jeweiligen Hersteller wiederfindet. Allerdings arbeiten der Rückgang des Selbstzünders und der Boom schwerer SUVs gegen den Trend fallender CO2-Werte.

Entscheidend sei es laut den Analysten, wie schnell die Autobauer CO2-arme, hybridisierte oder vollelektrische Modelle verkaufen und auf die Straße bringen können. Mit den entsprechenden Preis-, Marketing- und Verkaufsstrategien sowie einer Anpassung des Angebots könnten die Geldstrafen noch reduziert werden.

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